Mittwoch, 15. Oktober 2008

Die Supernanny, die nicht als Supernanny kam, und trotzdem den Audimax bis unters Dach füllte

So sah's von oben aus... Katharina Saalfrank, dem Fernsehpublikum, mir mithin nicht, landauf, landab bekannt als Supernanny, gab sich und der Uni Bielefeld in einem öffentlichen Gespräch die Ehre. Natürlich müssen Psychologen da hingehen, allein schon um die gewohnten Vorurteile gegenüber Pädagogen nicht nur aufzufrischen, sondern sich auch zum wiederholten Male bewußtzumachen, daß es sich nicht um Vorurteile, sondern um pure, objektive Wahrheit handelt.

Ganz hinten, ganz oben standen wir, die schützende Wand im Rücken, und schämten uns für den Pädagogik-Professor fremd, der zehn Minuten benötigte, um im Grunde nichts weiter zu sagen als Guten Tag, ich freue mich über Ihr zahlreiches Erscheinen, wir alle freuen uns über die Bereitschaft von Katharina Saalfrank, mit uns hier öffentlich zu diskutieren, viel Spaß - mit den üblichen Floskeln und Leerwörtern und Pädagogensprech about absolutely nothing. Was die Pädagogin Saalfrank angeht, erschien sie mir recht sympathisch, engagiert, kompetent und authentisch zu sein - das Päda-Sprech hatte sie allerdings auch drauf, zumindest prosodisch.

Und sie sagte einiges lustiges.
Das ist ein ziemlicher Horror hier für mich, das mit euch zusammen anzugucken (nachdem ein Ausschnitt aus der Sendung gezeigt wurde, in welchem ein Realität gewordener Alptraum von Wohnung als Kulisse für ebenso alptraumhafte Mutter-Kind-Kind-Kind-Szenen auftrat).
Das ist kein typischer Ausschnitt aus meiner Arbeit, das ist eher ein typischer Ausschnitt von RTL.
Supernanny - das ist kein Beruf.
Wir müssen alle irgendwie unsere Arbeit legitimieren, auch der Herr Professor hier neben mir (woraufhin die Officemate meinte, Ja, aber das dürfte schwerfallen).
Und was das dann auf einmal war - der stille Stuhl, die stille Treppe, der stille Ort, der stille Keller - das war furchtbar (über die Macht des Schnitts).

Nach einer halben Stunde mußte man da allerdings einfach rausgehen.

Kommentare:

Carsten hat gesagt…

"Natürlich müssen Psychologen da hingehen, allein schon um die gewohnten Vorurteile gegenüber Pädagogen nicht nur aufzufrischen, sondern sich auch zum wiederholten Male bewußtzumachen, daß es sich nicht um Vorurteile, sondern um pure, objektive Wahrheit handelt."

Und wo siehst du jetzt anhand dieser Veranstaltung die Bestätigung der nicht erwähnten Vorurteile?

Sorry, aber studierst du? Hast du studiert? Oder bist du wirklich so oberflächlich? Objektivität? Fremdwort, oder?

Um es gleich vorwegzunehmen, ich bin kein Päda!

Was sollen diese komischen Bemerkungen um diesen Prof.? Endlich mal jemand, der nicht so versteift ist und sich etwas einfallen lässt. Übrigens hab ich gehört, dass der Zick ursprünglich Psych. Prof. ist, aber zur Fak. EW gehört. Falls es dich beruhig!

amazeman hat gesagt…

Jo, fremdgeschämt habe ich mich auch. Naja, Pädagogen halt - theoretisch haben dies ja drauf, bis sie sich äussern müssen. Dabei ist die Saalfrank so nett, sie sollte sich doch lieber "Supernanny" nennen lassen statt Pädagogin.

niesen hat gesagt…

@ carsten: jepp; sonne ist so oberflächlich. genau so. ich auch.

Peter hat gesagt…

Die komplette Veranstaltung war ziemlich dämlich. Zur Ehrenrettung "der" Pädagogen muss allerdings hinzugefügt werden, dass der Päda-Prof. Sozialpsychologe ist ...