Mittwoch, 10. September 2008

So wird das nix

Je mehr Psychos hier in der Bib sitzen, desto zu weniger kommt man. Bei mir gehts noch, ich muß ja schließlich nur Sachen lernen, die ich eigentlich eh schon weiß. Aber wie soll man 25 Temperamentstheorien auswendig lernen, wenn man sich nebenbei noch um liebe Kommilitoninnen kümmern muß? Die man mit Überraschungseiern überrascht und beglückt, damit die Motivationskurve wieder steil ansteigt? Die sich über banale Dinge freuen, wie zum Beispiel das Vorfinden eines Schafs im Inneren des Ü-Eis (und die halbe Bib freut sich mit...):

Meine Motivationskurve kriegt sich mittels unverhoffter Besuche in den Griff, wird aber leider durch eMails mit Betreffzeilen wie [Studierende] Systemausfall und Revision bitte checken arg gedämpft. Naja, gleich habe ich die aller-allerletzte Manes-und-Clark-Studie durch, und dann darf ich mich endlich auf die Brand-Studien stürzen :-D!!

Dienstag, 9. September 2008

Auch schon hinzu?

Erst durfte ich Spott und Häme über mich ergehen lassen, weil ich die Rückfahrt umschrieb mit Rückzu haben wir acht Stunden gebraucht, wobei ich die acht Stunden eigentlich bemerkenswerter finde als die harmlose und vollverständliche Vokabel rückzu. Da wo ich herkomme heißt das nunmal so! Da wo ich herkomme war übrigens eine vielbenützte Floskel in Nürnberg im Zusammenhang mit regional begrenzt üblichen Redewendungen, insofern ja Personen aus ca. drei Himmelsrichtungen in der vierten zusammenwaren (oder so ähnlich, ich denke jetzt nicht über Sinn oder Unsinn des gewollt-verkrampften Wortspiels oder gar dessen Optimierung nach).

Aber zurück zu Spott und Häme. Diese Niedersachsen bilden sich ja mächtig was auf ihre angeblich lupenrein hochdeutsche Sprache ein. Nun gut. Später, beim Essen, stellte sich heraus, daß die sympathische Schwäbin (ja, das gibts doch!) Sätze gerne mit Auch schon beendet, wo man eigentlich noch auf das Satzende wartet und wo sowas wie früher oder vorher gemeint ist. Klingt lustig: Deine Fische waren netter als auch schon. Spott und Häme ergossen sich also anderswo als auch schon.

Damit wurde unter kräftigem Gekicher das Post-Mittagessen-Kaffeetrinken beendet. Nun sitze ich wieder in der Bib, wo nahezu sämtliche Konfidenten um mich herum versammelt sind und lernen. Ich habe vorhin mein Vordiplom abgeholt, und es steht ein dickes fettes GUT drauf. Jippie!

Sonntag, 7. September 2008

die beiden mußte ich erstmal loswerden,

vorher kann ich nicht über das Decision-maker-Arbeitstreffen in Nürnberg berichten. Ohnehin werde ich hier nicht allzuviel darüber erzählen, weil zu schützende Privatsphären in das Treffen involviert waren.

Inhaltlich war es sehr toll, wir haben konstruktiv an der Verbesserung der neu zu programmierenden GDT gearbeitet, eine Reihe neuer Studien mit theoretischem Hintergrund und pipapo überlegt und ein neues Projekt für die Hiwis besprochen, vom Empiriepraktikum ganz zu schweigen. Ich persönlich war von mir selbst beeindruckt, insofern ich mehrere konstruktive Vorschläge zum explorativen Vorgehen bei bereits bestehenden Datensätzen hatte. Weiterhin beeindruckt war ich von unserer ruhigen und zielgerichteten Art, zusammen laut nachzudenken und Ideen zu sammeln und zu begründen. Kein blödes Brainstorming, sondern theoriegeleitetes Entwickeln.

Daher: Mein vorläufiger Plan steht erstmal. Der Prüfungsplan wird umgestoßen zugunsten des Praktikums, idealerweise im Sommer. Bis dahin müssen im hiesigen Laden Überstunden angehäuft werden. Damit habe ich gut Zeit, mir ein gutes Thema anzulesen und auszuarbeiten. Falls es dann immernoch eine Patientenstudie sein soll, geht es in einem Jahr, nach dem Praktikum, los. Der Betreuer steht fest und ist sehr einverstanden. Ich freue mich über die Anerkennung.

Mehr von Nürnberg vielleicht morgen. Ich habe auch Photos gemacht, aber für das neue Telephon habe ich kein Kabel und muß die Bilder via Bluetooth, welches mein Privatrechner nicht hat, auf das Hiwi-Notebook schleusen und von dort usw. Also das mache ich dann morgen vielleicht.

this is johnny cash:

If you could read my mind, love
What a tale my thoughts could tell
Just like an old time movie
'Bout a ghost from a wishing well
In a castle dark or a fortress strong
With chains upon my feet
You know that ghost is me
And I will never be set free
As long as I'm a ghost that you can't see

If I could read your mind, love
What a tale your thoughts could tell
Just like a paperback novel
The kind the drugstores sell
When you reached the part where the heartaches come
The hero would be me
But heroes often fail
And you won't read that book again
Because the ending's just too hard to take

I'd walk away like a movie star
Who gets burned in a three way script
Enter number two:
A movie queen to play the scene
Of bringing all the good things out in me
But for now, love, let's be real
I never thought I could act this way
And I've got to say that I just don't get it
I don't know where we went wrong
But the feeling's gone
And I just can't get it back

If you could read my mind, love
What a tale my thoughts could tell
Just like an old time movie
'Bout a ghost from a wishing well
In a castle dark or a fortress strong
With chains upon my feet
But stories always end
And if you read between the lines
You'll know that I'm just tryin' to understand
The feelin's that you lack
I never thought I could feel this way
And I've got to say that I just don't get it
I don't know where we went wrong
But the feelin's gone
And I just can't get it back

Das hätte auch anders ausgehen können

Kaum von der A3 auf die A7 bei Würzburg gefahren, bildet sich ein offensichtlich frischer Stau. Ein einzelner Feuerwehrwagen fährt mit Blaulicht durch die Rettungsgasse, er sollte nicht der einzige bleiben. Rettungswagen, wieder Feuerwehr, mit Technik, mit Notarzt, zwischendurch Zivilfahrzeuge. Anhalten, Verkehrsfunk spricht von schwerem Unfall und empfiehlt aufgrund der beidseitigen Vollsperrung Wegkundigen weiträumiges umfahren, aber diese Nachricht erreicht uns fünf Minuten zu spät, und wegkundig sind wir auch nicht. Die anderen in der erstarrten Kolonne haben auch Verkehrsfunk gehört, die ersten Türen öffnen sich, dann ist es wie ein Dammbruch. Erste ältere Damen erklimmen die Böschung zwecks Toilettengang. Die Sonne scheint, wir nutzen den Zwangshalt für einen Aufenthalt im Freien. Andere auch, sie kramen ihre Handys raus und photographieren die Autoschlange samt vorbeifahrenden Rettungswagen.

Nach einer halben Stunde kommen langsame, alte Wagen von freiwilligen Feuerwehren umliegender Ortschaften. Nach einer Dreiviertelstunde kommt ein brachialer Jeep der Johanniter, ausgewiesen als Notfallseelsorge. Nach einer Stunde kommt ein Leichenwagen, das geht durch Mark und Bein. Im Radio heißt es, ein Kleinlaster sei, nachdem ein Reifen geplatzt war, durch die Leitplanke gebrochen und mit vier Fahrzeugen zusammengestoßen. Eine Situation, der man auch durch vorbildliches und vorausschauendes Fahren nicht ausweichen kann.

Mindestens ein Fahrzeug ist durch die Seitenleitplanke hindurch die Böschung hinuntergestürzt. Von zwei Fahrzeugen liegen nurmehr Trümmerteile da, eins liegt plattgedrückt auf dem Abschlepper, ein weiterer Abschlepper mit Kran macht sich am Abhang zu schaffen, wir fahren schnell vorbei und bedanken uns, da wir alle nicht an einen Schöpfer oder die Vorsehung glauben, bei der Officemate und dem Chef für das Rauchen einer Abschiedszigarette.

Wie oft ist man eigentlich am Abgrund, ohne daß man es überhaupt bemerkt?

Dienstag, 2. September 2008

¡hasta la vista!

Also, das war jetzt der endgültige Abschiedsrotwein. Danke, Biele-Wetter, daß du so ein phantastisches Balkonabendfeeling erzeugt hast! Auch wenn der Wind immer die Kerzen ausgepustet hat.

Der Konfident geht aus Gründen nach México, und ich wünsche ihm, daß das eine verdammt gute Zeit wird. Sicher schwierig (Bohnen und Mais), sicher ganz anders als erwartet (Mais und Bohnen), sicher dann plötzlich viel zu schnell zuende, sicher auch anstrengend, langweilig, unverständlich. Er ist gut vorbereitet und geht nicht mit unerträglichem Optimismus in die Sache hinein. Er will auch nicht die Welt retten, und schon gar nicht sich selbst. (Wer will das schon?)

Also, Konfident: Alles Gute! Du wirst kein anderer Mensch sein, wenn du zurückkommst, aber auch nicht mehr dergleiche. Fetz dich mit katholischen, fleischessenden Machos. Fahre mit dem uralten Käfer umher, den man wenigstens nicht mehr kaputtmachen kann. Freu dich auf die kulinarischen Abwechslungen, die Ausflüge mit sich bringen können. Freu dich auf das Gefühl, in México statt Bielefeld zu sein - für die meisten Mexicaner wäre ein Aufenthalt in Bielefeld sicherlich auch aufregend!

Und komm gesund wieder.

¡hasta la vista!

Montag, 1. September 2008

Super Priming-Beispiel

Priming heißt ja, daß die vorherige, oft scheinbar unbeabsichtige Konfrontation mit einem Reiz dazu führt, daß spätere, reizbezogene Informationen stärker (oder sogar überhaupt) beachtet werden. Ein typisches Beispiel werden einige Blogleser kennen (wenngleich nicht alle, aus Gründen!): auch wenn sie früher schon Artikel und Interviews mit und von H.J. Markowitsch in verschiedenen Medien gesehen oder gelesen haben, stellen sie erst seither einen persönlichen Bezug dazu her (und haben einen Wiedererkennungseffekt), seit sie aus meinen Erzählungen wissen, daß das "mein" Professor bzw. "Chef" ist.

Jetzt ist mir etwas ganz ähnliches passiert. Vor kurzem las ich ja von T.C.Boyle Talk talk, wo es um eine junge Gehörlose, ihren hörenden Freund und Identitätsdiebstahl geht, also einen Haufen Zunder für ein schmales Buch. Und obwohl ich mich gut an eine Debatte erinnern kann, ob man es einem gehörlosen Paar zweier Frauen gestatten dürfe, bei der Auswahl des gleichwohl anonymen Samenspenders auf einem Gentest bestehen zu dürfen, der die Gehörlosigkeit des Kindes weitgehend garantieren sollte, habe ich mir über Gehörlose noch nicht viel Gedanken gemacht, außer natürlich, wenn sie mir in Gesellschaft begegnen. Ich verweise hierbei auf einen Notruf, den ich für einen gestürzten Gehörlosen tätigte, nachdem mir schlagartig bewußt wurde, daß auch seine Kumpanen die Feuerwehr nicht anrufen können (und plötzlich war es gar nicht so schwer, die Feuerwehr anzurufen, statt einfach weiterzugehen).


Was soll die Vorrede? Heute, erste Frühschicht seit gefühlten Ewigkeiten, steht ein Mädchen da, das ich nicht kenne, sag ich guten Tag mit Händeschütteln und meinen Namen, sie reagiert offen und erfreut, sagt aber nichts außer ihren Namen, und das auch wenig emotional. Im Laufe der Schicht registriere ich emsige und einfallsreiche Geschäftigkeit, aber an Lautäußerungen "Ja", gehauchtes "Dankeschön" (DoRo hat Bonbons verteilt) und "Hier". Wenn ich Talk talk nicht grad gelesen hätte, hätte ich noch hundert Jahre gebraucht, um draufzukommen, und hätte sie mindestens die Hälfte der Zeit lang für kommunikativ inkompatibel und vielleicht sogar arrogant gehalten. Insofern bin ich Talk talk trotz des unbefriedigenden Endes sehr dankbar, denn über die alltäglichen Diskriminierungen Gehörloser, über die eigene Welt, in der sie zwangsläufig leben und die vielen, alltäglichen Schwierigkeiten, in einer Welt der Hörenden zurechtzukommen, habe ich mir, wie wahrscheinlich fast jeder von uns, noch nicht viele Gedanken gemacht, und warum auch?

Jedenfalls habe ich spontan beschlossen, Gebärden zu lernen. Auch wenn es "nur" eine Praktikantin ist, habe ich trotzdem gerade eine nette Kollegin, die auch länger dasein und in den normalen Betrieb übernommen wird (was ich eh sehr toll finde!), und auf Dauer möchte ich micht doch zumindest reziprok verständigen können. Fingeralphabet habe ich schon bißchen geübt, komme ohne nachzuschauen bis D. Aber das Spannendste, und das fand ich aber schon beim Lernen für Entwicklung, ist doch, daß Gebärden alle Straftatbestände gesprochener Sprachen erfüllen, sowohl in linguistischer als auch in entwicklungspsychologischer Hinsicht. Gebärden sind also keine Krücke, um mittels Pantomime Anliegen zu verdeutlichen, sondern genauso zu behandeln wie die genauso unverständlichen Formen des Ungarischen. (Und die Braille ist ja auch nicht besser - neuerdings, aber unabhängig von dem Gehörlosenereignis, stehe ich gerne im Fahrstuhl und versuche mir auf den Tasten die Zahlenbraille einzuprägen... okay, das ist offenbar ein Zeichen für jetzt kommt gleich eine Zahl, und bei 1 ist auch ein Punkt, bei 2 zwei, bei 3 drei im Winkel, bei 4, und da hörts eben auf, weil man es sieht, aber mit geschlossenen Augen nicht ertastet, sinds immer noch drei, nur anders angeordnet, usw.)

Morgen will ich meine neue Kollegin mit dem ABC erfreuen, im Fingeralphabet, und mehr als ABC wird es auch nicht werden.

P.S. Man gucke sich nur die Gebärde für Faktorenanalyse an, und schon weiß man bescheid.

Sonntag, 31. August 2008

augustabend, plötzlich warm und hell

Wie schon andere Monate zuvor hat sich der August auf seine letzten Tage seiner Hauptaufgabe besonnen, nämlich als sogenannter Sommermonat zu fungieren. Es ist warm und sonnig, und der güldene Sonnenuntergang wird von federleichten Wölkchen ummantelt.

Gestern gab es ein sogenanntes Mitternachtsshopping, dem ich, auf der Gegenseite, bereits um acht Uhr entspringen konnte. Da ja alle immer zuwenig Zeit haben und sich in diversen Befragungen auch stets dafür aussprechen, statt Gehaltserhöhungen oder noch mehr verkauften Schallplatten lieber mehr Zeit für sich und die Lieben daheim haben zu wollen, war ich durchaus überrascht von der prallen Menschenmenge, die sich am Sonnabendabend bei bestem Balkon- und Grillwetter durch die Bielefelder Innenstadt und die angrenzenden Geschäfte schob. Jej!

Zwei Mädchen, eines etwas und gleichzeitig aufgeregter als das andere, drängen sich an die Kasse, wollen was zurücklegen. Einen Schlumpf und eine Hose. So aufgeregt, daß die eine kaum den - für die Rücklage unerläßlichen - Namen rausbrachte. Die andere war auch nervös; sie verzichtete auf einen eigenen Anteil bei den Verhandlungen. Später kamen die Mädchen, nicht minder aufgeregt, wieder und wollten die Sachen kaufen. Sie wüßten aber nicht genau, was die Dingelchen kosten und ob ihr Geld reiche. Ich - ein Blick auf die Preisschilder - ca. 44,80. Daraufhin Ausschüttung einiger kleiner Scheine und diverser Münzen auf den Kassentresen. Mein gleichzeitig - für Geldmengen - geschulter und intuitiver Blick weiß sofort, daß das Geld nicht reicht, es ist nur fraglich, wie knapp das Ergebnis sein wird. Mehrmaliges Zählen fördert zunächst ein Defizit von roundabout fünf Öre, dann noch weiteres Kleingeld aus einer Hosentasche, schlußendlich aber ein Fehlen von 1,20 zutage. Tja. Für die aufgeregte dominante Dame war klar, Schlumpf kaufen, Hose bis nächste Woche zurücklegen (vermutliches Taschengeldeintreffen). Jetzt meldete sich aber die andere und forderte, nicht minder aufgeregt, daß gleichermaßen ja die Hose gleich gekauft und der Schlumpf bis nächste Woche zurückgelegt werden könne. Offensichtlich ein in dieser Qualität eskalierender Geschwister- oder ungleiche-gleichwohl-beste-Freundinnen-Streit, denn die Stille merkte noch an, immer soll ich zurückstehen. Fand ich süß. Am Ende habe ich eingewilligt, ihnen das Begehrte trotz fehlender 1,20 zu verhökern mit der Maßgabe, daß sie die Differenz bis 20 Uhr begleichen kommen. Das hat im übrigen geklappt. Süß.

Überübermorgen geht es nach Nürnberg. Der Chef, der ja sonst offensichtlich nichts zu tun hat, verfaßte eine Art Zeitplan für das Arbeitstreffen Decision making, in welchem unter anderem die Tagungstermine Besuch des Friedhofs von St. Johannis (wetterabhängig) und Kleingruppenarbeit (Pflege von externen Kooperationspartnern = die Officemate besucht den George in Würzburg) - verbunden mit dem Zusatz Die Hände von S. und C. stehen bei Bedarf dem Filmprojekt von M&M zur Verfügung; wie ich dabei die state of the art-Tabelle übers Entscheidungsverhalten aus neuropsychologischer Sicht fertigstellen soll, bleibt nebulös. Also alle Beteiligten freuen sich auf den Arbeitsaufenthalt, und vielleicht springt für mich ja'ne Diplomarbeit bei raus.

Hab grad, weil ich ebenfalls sonst nichts zu tun habe, Gigerenzers Bauchentscheidungen angefangen und bereits über hundert Seiten weggeputzt - wenn sich, ach! die Studien auch so wegratzen würden! Ohne jetzt auf das sicherlich umfangreiche und lesenswerte Werk von Gigerenzer eingehen zu wollen, und ohne nochmal aus meiner Sicht die entsprechende Anekdote vom abtrünnigen Decision-making-Konfidenten nachzuerzählen, sei nur soviel verraten, daß er eine Reihe von Befunden zusammenfaßt (nicht nur seine eigenen... ), die zeigen, daß Intuitionen uns häufiger oder wahrscheinlicher zu richtigen Schlußfolgerungen, aber auch (motorischen) Handlungen führen. Ich hoffe, ich schaffe es eines Tages, hier darüber mehr zu schreiben und gleichzeitig zur Diskussion aufzurufen. Nur soviel aus eigener Erfahrung dazu: Zum Studium in Bielefeld JA zu sagen, kam nicht durch enervierendes Für und Wider-Abwägen, sondern infolge intuitiven Take the Best, und ich bin jetzt so sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, daß ich es nichtmal erwogen habe, mich für einen postvordiplomen Studienplatz in Berlin zu bewerben - im übrigen ganz im Gegensatz zur gefühlten Hälfte meines Semesters, von denen einige auch noch Erfolg hatten!

Außerdem isses auch mal angenehm zu lesen, daß die meisten Menschen selbst ihnen Unbekannten eine gewisse Summe, oft sogar die Hälfte, ihres Geldes abgeben würden. Angenehm, daß das Wissen von Laien auch nicht schlechter ist als das von Experten, bzw. urteilen Laien oft besser, weil sie nicht über zu viele Informationen verfügen.

Zum Beispiel (nicht googlen/wikipedia!): Welche Stadt hat mehr Einwohner, Detroit oder Milwaukee?

Donnerstag, 28. August 2008

ganz schnell

muß ich diesen Text verlinken, weil, ja!

So, und jetzt mal in Ruhe

Ich war auf der Meta-Ebene ein bißchen erstaunt, wie sehr mich diese Diff-Prüfung-Vordiplom-Geschichte mitgenommen hatte, und zwar so unmittelbar, daß ich vor der Abschiedsparty vom Konfidenten, obwohl die direkt an der Uni lokalisiert war, nochmal nach Hause gefahren bin, um zumindest ein anderes T-Shirt anzuziehen. Es ist schon ein sehr geiles Gefühl, nach nichtmal zwei Jahren und alles-Geld-selber-verdienen und engagiert sein und so ein feines Vordiplom mit gut hinzulegen und die erste Hauptprüfung schon in Form erfolgreicher Zulassung auf einem nicht sehr weit entfernten Schirm liegen zu haben. Die letztsatzige Umschreibung (...) zu liegen haben geschah ausschließlich in Reminiszienz an die einzige Person, die bislang überhaupt dies als typische und einzigartige Redewendung von Berlinern identifiziert hat. Man hat Bücher zu stehen, Bilder zu hängen, Sachen zu lesen. Ja!

Also ich bin jetzt cand.psych. und überlege halbernsthaft, ein entsprechendes T-Shirt bedrucken zu lassen. Ernsthaftere Gedanken befassen sich mit der Diplomarbeit, die ich zwar nicht sofort beginnen, aber zumindest konzeptuell irgendwann demnächst anfangen zu bedenken möchte (ja, das klingt absichtlich sehr vorsichtig!) und für die mir hoffentlich nächste Woche genug Gedanken und Ideen erscheinen werden, wenn ich in Nürnberg beim großen Brainstorming-Arbeitstreffen-Neues-überlegen sein werde, worauf ich mich übrigens sehr freue, und nicht nur wegen der kreativen Abendessen-Vorschläge, die gelegentlich in der Straßenbahn diskutiert worden sind.

In meiner vormals geliebten Psycho-Bibliothek, in der im letzten Sommer kaum wer anzutreffen war, tummelt sich inzwischen zahlreiches Konfidenten-Personal. D.h. wenn ich prokrastinieren möchte, gehe ich, paradoxerweise, einfach in die Bib. Da sitzen haufenweise nette Personen herum, zu meinem großen Entzücken auch der alte Decision-making-Konfident (an seiner Diplomarbeit-erfolgreich-bastelnderweise) und auch andere, die man früher immer nur bei den Lilis oder Juristen fremdgehen sah. Ach, da tut sich mein Herz auf! Da ja sowieso der T3-Zahn ab ganz demnächst zwei Wochen lang gesperrt ist, werde ich auch wieder in die Bib umziehen. Das soziale Umfeld... nicht unterschätzen.

Ich habe heute mit meiner Lieblingsfreundin sehr lange telephoniert. Das gelingt nicht oft, weil sie kleines Kind, ich Studium, und beide Gelderwerb. Aber trotzdem. Und dann eine gute Nachricht, Glückwunsch und Freude, und eine, die mitnimmt und nicht zu begreifen ist.

Es sind schon wieder zwei Jahre. Eigentlich, zu ca. 75%, will ich wieder zurück. Bloß ist das nicht nur unrealistisch, sondern auch ungerechtfertigt, denn so gut wie hier in Biele bringe ich das nirgendwo zuende. Aber Heimat ist Heimat. Heute las ich in einem stilistisch etwas überkandideltem Buch von Truman Capote, daß es so einen Platz in New Orleans gebe, wo er sich immer so daheim fühlen würde, weil er da eben immer war, früher. Ich weiß nicht. Ich war nicht da, immer, früher, und ich bin hier auch nicht furchtbar unglücklich.

Hier, das ist Biele, OWL, da werd ich eines Tages weggehen und nie mehr wiederkommen. Aber Berlin, da werde ich immer wieder luftholen und krafttanken und aussetzen.

Hier, das ist gelebte Realität.

Dienstag, 26. August 2008

Vordiplo-om, schalalalala

Nicht durchgefallen = Vordiplom!

Jetzt gehts richtig los... freu mich sehr aufs Hauptstudium und überhaupt. Wie sagte einer vorhin so schön? Vordiplom? Dann haste das Schlimmste hinter dir!

Und wie wunderbar, daß heute ohnehin Personen zusammentreffen, um den Konfidenten nach México zu verabschieden. Das paßt.

Ab morgen wird dann aber hallo und so gelernt... see you.

Montag, 25. August 2008

Another goes yet

Verbunden mit der hellen Freude darüber, daß ipse dixit noch am Leben ist und den Mühen eines Jenaer Lebens offensichtlich erfolgreich trotzt, hier noch ein besonderes Schmankerl, neulich entstanden am Telephon und warhscheinlich nur für ausgeprägte Berlin-Experten lösbar:

to-make-a-u-turn palace

Die bisher angebotenen Lösungen sind übrigens alle richtig! Herzlichen Glückwunsch!

Sonntag, 24. August 2008

Bericht von der/n Front(en)

1. Prüfungsvorbereitung wird derzeit kräftig prokrastiniert. Lieber helfe ich beim Büroräumen oder gehe mit HJM mittagessen oder lese freundschaftsdienlich Artikelchen Korrektur, als daß ich so was wie diese Geschlechtsunterschiede-Studie nochmal mit der Feuerzange anfasse! *grrr*

2. Naja, ich bin ja nicht die erste, die sich mit Decision making herumschlagen muß. Also habe ich heute die Zusammenfassungen der einstmaligen Empra-Konfidentinnen kopiert. (Handschriftliche Skripte! Ich würd sowas immer abtippen, aber egal.)

3. Auf youtube finden sich herrliche Dinge. Zum Beispiel die Rubrik NNN von Extra 3, Neueste nationale Nachrichten, mit Originalbildern von Hitler beim Redenhalten und Ton, der, ja, begabt und täuschend echt, sich über die Lächerlichkeiten diverser NPD-Aktionen ausläßt. Damit kann man schonmal einen Abend rumbringen. Schmankerl am Rande dabei der Fund von Sie sind einer von 60 Millionen. Monthy Pythons Ritter der Kokosnuß kann übrigens auch, aufgeteilt in Stück á ca. 10 Minuten, komplett angeschaut werden. (Die Kein'-Fernseher-hab-Attitüde kann ich mir nach diesem Post auch an den Hut stecken, vermutlich.)

4. Wenn man mich grad mit irgendwas reizen kann, dann ist das die Frage nach den Diff-Ergebnissen. Nein, die sind noch nicht da! Und noch hat der Gute Zeit, ca. zehn Tage.

5. Ach, der August. Das ist auf jeden Fall der most unattractive month in Biele. Keine Sau da, und die paar tapferen Ausharrenden verkrümeln sich auch in Richtung attraktivere Gegenden und lassen einen allein mit 31 Studien über Decision making und diversen Buchkapiteln zu Angststörungen. Das Wetter hat sich ebenfalls abgemeldet und geht jetzt wahrscheinlich in der Toskana seinem Dienst nach. Das ist doch kein Sommer da draußen! Immerhin gehts ja in vier Wochen nach Kreta. Kaum zu glauben, daß da auf einmal der heiße, trockene Sommer sein wird, den ich hier sehr entbehre.

The game goes further

It goes around the city-and-country names guessing, after being translated wordly into english.

Gloomy forest
Frank's passage, or?
Door struggle
Like the bathing

This time not linked, because you may guess till solution.

Mittwoch, 20. August 2008

Das hat sich nicht gelohnt, Mücke!

Einmal im Jahr scheint das Mückenvolk nach konspirativer Versammlung eine Abgesandte abzusenden, die mir eine schlaflose Nacht bereiten soll. Heute war es wieder soweit. Der Mücke vor allem unter akustischen Gesichtspunkten hilflos ausgeliefert, streckte ich immer wieder verschiedene Körperteile, außer Ohren, unter der Bettdecke hervor, in derHoffnung, die Mücke würde stechen und zufrieden ihrer Wege schwirren. Aber niente. Zwar stach sie, aber immer kurz vorm doch-noch-einnicken kam sie wieder. Also völlig entnervtes Aufstehen und Hantelschwingen, und was taumelt da direkt vor meiner Nase umher, aufgequollen vom reichhaltigen Trunk wie eine Fliege? Ein Griff mit der hantelfreien Hand reichte, und das Spiel der Mücke war aus. Sie hatte mich dermaßen ausgesaugt, da hätte ich glatt ne Eigenbluttherapie machen können. Ich wußte nur nicht wogegen.

Dienstag, 19. August 2008

hopsig für horny?

Ich weiß zwar nicht genau, ob horny ein Begriff ist, der sich eher auf Frauen bezieht, aber daß hopsig ein schönes deutsches Wort für dasselbe Phänomen bei Männern ist, kann niemand ernsthaft bestreiten. Ich fand es eben in Janosch' Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm, ein aus mehreren Gründen lesenswertes Buch.

Insgesamt habe ich bislang Herrn Riemann so noch gar nicht gesehen. Er weiß aber wohl, daß er nur noch zwei Wochen Zeit hat, diese blöde Klausur durchzusehen?! Überhaupt habe ich niemanden aus der Diff gesehen. Haben die etwa einen blöden Kongreß oder sowas? Ich wüßte schon gerne, ob ich mich lieber nochmal mit Persönlichkeitstheorien befassen sollte, statt mir diese blöden Cavedini-Studien reinzuziehen! Im Ernst: die Einleitung ist ca. 1/4 Seite lang, und es steht drin 1) Zwangsstörungen haben was mit der Verbindung von orbitofrontalem Cortex und Basalganglien zu tun 2) Iowa Gambling Task hat ordentlich was mit orbitofrontalem Cortex zu tun 3) also gucken wir mal, ob Zwangspatienten schlecht in der IGT sind, denn dann haben die was am Frontalhirn. Geht ja noch. In der nächsten Studie geht das dann so: 1) Zwangsstörungen haben was mit der Verbindung zwischen orbitofrontalem Cortex und den Basalganglien zu tun 2) Spielsüchtige haben bestimmt auch was am orbitofrontalen Cortex, und außerdem zeigen sie genau wie Zwangspatienten im Alltag dysfunktionales Verhalten, also 3) wenn sie in der IGT beeinträchtigt sind, muß man Spielsucht auch zu den Zwangsstörungen zählen und, plausibel, 4) Serotonin spielt auch eine Rolle. Alles klar? Dann, dritte Studie: 1) Eßstörungen haben was mit der Verbindung zwischen orbitofrontalem Cortex und den Basalganglien zu tun 2) Magersüchtige haben bestimmt auch was am orbitofrontalen Cortex, und außerdem zeigen sie genau wie Zwangspatienten im Alltag dysfunktionales Verhalten, also 3) wenn sie in der IGT beeinträchtigt sind, muß man Magersucht auch zu den Zwangsstörungen zählen und, plausibel, 4) Serotonin hat die Finger im Spiel, aber man weiß nicht genau, wo, denn, aber das stand jetzt nicht in der Studie, das weiß ich nur zufällig genau, Serotonin kommt aus den Raphé-Kernen im Hirnstamm und landet unter anderem in weiten Teilen des Neocortex. Sprich: die Cavedini-Studien sind gute Beispiele für Paper, wie sie besser nicht sein sollten.

Ansonsten war heute endlich mal alles wieder gut. Die Büros waren mit netten Damen besetzt, im weltbesten Sekretariat gab es Kaffee, auch wenn ich den teils selber kochen mußte, und pünktlich um viertel eins ging es in die Mensa, wo ich einer gnädigen Salatbar eine Portion des heißgeliebten Senftöpfchens entlocken konnte. Obwohl ich gefühlt ca. 85% des Tages mit schwatzen, telephonieren und surfen verbrachte, habe ich nicht nur die drei (zwar kurzen, aber anstrengenden, s.o.) Cavedini-, sondern auch die erste von den Bildgebungsstudien aus der Bolla-Ernst-Ecke angefangen und meine Zusammenfassungstabelle aktualisiert. Beachtlich! Zum ersten Mal, seit ich ernsthaft für Prüfungen lerne, bin ich meinem Plan weit voraus. Vergleichsweise lesen sich die Dinger jetzt einfach so weg, wenn ich überleg, wie ich vor einem Jahr damit gerungen habe! Man sollte also auf jeden Fall immer Ja sagen, wenn einem eine interessante Hilfskraftstelle angetragen wird. Man kann davon nur profitieren und kriegt auch noch Geld dafür, daß man Sachen lernt, die man eh lernen muß oder sollte. Von dem Geld kann man dann prima in den entsprechend verdienten Urlaub fahren.

Morgen gibt es im Westend Riesencurrywürste, und das in der charmantesten Begleitung, die man sich für ein derartiges Unterfangen nur wünschen kann. Es kann im August auch verdammt schön sein in dieser verdammten Uni. Jetzt habe ich doch noch geflucht, verdammt, tut mir leid. Mit dem Vordiplom inner Hand wäre ich entspannter, glaub ich.

Montag, 18. August 2008

Paderborner am Morgen...

macht Kummer und Sorgen. Möchte man meinen. Aber selbst auf dem Gebiet des Pennertums gelten in Biele andere Gesetze. Es gibt hier ein Subjekt, das an sich so dermaßen unpennerig aussieht, daß man beim Erblicken der Flasche Paderborner Export den Kopf schüttelt und ein zweites Mal hinschaut, weil das Bild unstimmig erscheint. Rosa Polo mit hochgeschlagenem Kragen, halbwegs gepflegte oder zumindest bezopfte Langhaarfrisur, schönes Fahrrad und dergleichen mehr. Bloß eben diese Bierflasche und diese Schwerfälligkeit im körpersprachlichen und mimischen Ausdruck, die einen, unabhängig von der Uhrzeit, darauf hinweist, daß es sich nicht um die erste Bierflasche handelt. Das Subjekt bettelt auch nicht. Es steht vor dem Edeka und trinkt Paderborner Export, oder es sitzt mit Kumpanen, die freilich meist abgerissener aussehen, auf dem Sigi und trinkt Paderborner Export in der Sonnenglut, sofern vorhanden. Heute morgen konnte ich das Subjekt in kommunikativer Interaktion mit einem Weibe, das einen besetzten Kinderwagen dabeihatte, beobachten. Offenbar das eigene Weib, welches, wenn das überhaupt möglich ist, noch unpenneriger aussah.

Daß die Verbecher von der sogenannten Paderborner-Brauerei auch noch Export produzieren, als wenn sich irgendwo auf der großen weiten Welt jenseits des Hochstifts Paderborn irgendwer für ihr giftiges Abfallprodukt interessieren könnte, halte ich ohnehin für ein starkes Stück.

Heute morgen habe ich mein Zimmer aufgeräumt. Auch mal schön, selber morgens Krach zu machen und nicht immer die Leidtragende zu sein, wenn der Mitbewohner morgens das Geschirr einräumen zu müssen meint und dabei nachhaltig mit den Stühlen schurrt, ohne daß die hinterher ordentlicher dastehen als vorher. Schön auch, daß derselbige Mitbewohner hier im April sein Ränzlein schnüren muß, denn er hat nur ein Semester Aufschub nach dem Ablauf seiner Wohnheimzeit bekommen. (Es handelt sich um einen prototypischen Pädagogikstudenten, der es nach acht Semestern immerhin zu einer lockigen Langhaarfrisur und zum Vordiplom gebracht hat.) Der andere wohnt noch ein Jahr hier. D.h. hier werden und können andere Personen einziehen!

Heute tummelten sich ne Menge Psychos im Laden, na, da wars gleich etwas weniger langweilig! Der ExStudbär war ebenso vertreten wie die Lieblingsnachbarin, die leider nicht mehr meine Nachbarin ist, aber trotzdem immer die gefühlte Lieblingsnachbarin bleiben wird, und die außerdem so tolle Sachen sagte wie, daß ich nicht mehr abnehmen müsse, sondern genau so wie jetzt absolut zauberhaft aussehen würde usw. Es ist zwar nicht so, daß ich derzeit oder überhaupt jemals einen gezielten Plan zur Gewichtsreduktion verfolgt hätte, sondern eher ist das einfach verschwunden, aber trotzdem hört man ja ganz gerne, daß man gut aussieht. Zwar mußte heute, im Gegensatz zum letzten Montag, der Tag nicht gerettet werden, weil ich unerklärlicherweise gute Laune hatte, aber es schadet auch nicht. Genau wie die so unverhoffte wie leider unerfüllbare Einladung zum Kaffeetrinken, die in ein morgiges Mittagessen verwandelt wurde. Guter Montag, das. Und den Rest der Woche kann ich getrost mit Lernen verbringen und hoffentlich die Studien, die ich schon im Seminar seinerzeit nur lieblos und sporadisch gelesen hatte, endlich bezwingen. Dann bin ich nämlich wirklich gut in der Zeit.

Im nächsten Semester übrigens will ich zwei Vorlesungen in klinischer Psycholgie (einmal Kinder und Jugendliche, einmal Erwachsene) besuchen, obwohl ich die Prüfung bestimmt eh erst in zwei Jahren mache, und die auch noch jeweils morgens um acht sind. Außerdem, ebenfalls im Morgengrauen, bzw., da Wintersemester, davor, multivariate Verfahren. Außerdem gibt der Chef ein Lektüreseminar für neurowissenschaftliche Emotions- und Kognitionsforschung, auch vor dem ersten Kaffee (im nächsten Semester heißt es für mich: der frühe Vogel fängt den Wurm; obwohl, gibt ja nichtmal Scheine); Arbeits- und Organisationspsychologie wartet, und rein zum Spaß und aus Interesse möchte ich noch ein, studienplantechnisch völlig uninteressantes, Seminar zu chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter besuchen. Das Chaos hält an.

Sonntag, 17. August 2008

... und wieder isses Mitte August

Diversen unirdischen Institutionen sei Dank habe ich mich wieder für eine Prüfung entschieden. Was triebe ich sonst hier in Biele? Die Kumpanen sind fort oder auf Durchreise, der Laden will mich auch nicht so oft, und auf T3 ist es still geworden, seit die Cheffen im Urlaub sind und die Damen sich anderweitig auf halbe Stellen orientiert haben. Sogar das traditionelle Mittagessen (das in seiner konditionierten Abfolge immerhin den Weg in Vorlesung und Begleitseminar gefunden hatte) fällt mitunter aus, und wenn es dann doch stattfindet, straft es den fleischbrauchenden Organismus mit vegetarischen Tortellinis, Champignontaschen und ohne Thunfisch.

Wie im letzten Jahr fand der hiesige Christopher-street-day unter weitgehendem Ausschluß der sympathisierenden, gleichwohl heterosexuellen Öffentlichkeit statt. Das entwertet die Veranstaltung keineswegs, im Gegenteil zeigt mir das, daß es in einer Stadt wie Bielefeld, die ja immerhin über 300.000 Einwohner hat und von diversen Städten mit knapp 90.000 Einwohnern umzingelt ist (und trotzdem, man beachte als Brandenburger, in der eher dünn besiedelten Gegend NRWs liegt), im Alltag für Homo- und Transsexuelle nicht normal ist, in der Öffentlichkeit wahrnehmbar aufzutreten. Also ein kleines, feines Spektakel, bei dem man sich nur die ganze Zeit lang wünscht: warum können diese harmlosen und netten Menschen nicht einfach immer genauso entspannt ihrem Privatleben nachgehen, wie ich das tue (naja, oder genauso unentspannt...); sie tun doch keinem weh. Wichtige Beobachtung beim Straßenfest, 1.: Sunday Chocolate Club, die zwar ein bißchen mit diesem Amateurband-den-Baß-aufm-Monitor-lauter-bitte-Gehabe und dann noch einem wie-auch-immer-induzierten Techniktotalausfall nervten (statt souverän irgendwie weiterzuspielen), aber trotzdem coole Mucke ablieferten und dabei so gut wie gar nicht tuckig rumnervten. 2.: Es ist noch nicht zuende, aber in OWL wird der Platz frühzeitig gefegt. 3.: Schnorrer-Martin hat, wirbelsäulenschonend, eine Greife angeschafft, mithilfe derer er sich nicht mehr nach den Flaschen bücken muß, von deren Pfand er lebt. 4.: Es gibt Verbrecher, die ohnehin untrinkbares wie Porter mischen mit Substanzen wie Erdbeersirup, und man fragt sich, warum? 5.: Warum, warum ist hier dieses nette Straßenfest schon so dermaßen früh beendet? Aus Kompensationsgründen geht man ins natürlich Café Berlin und versucht, mit der offensichtlich ganz neuen Bedienung nicht zu hadern, obwohl das Radeberger aus ist. Später wird man an die unter freiem Himmel unbehindert stattfindende Mondfinsternis erinnert, immerhin 80%. Normalerweise verpasse ich derlei Termine immer, und als Kind haben mich die langen Intervalle, innerhalb derer derlei Veranstaltungen stattzufinden pflegen, immer genervt. Inzwischen habe ich ja das Gefühl, daß alle naselang sone Mondfinsternis ist, vielleicht meist nicht vollständig, aber gestern die mit den 80% war auch gut anzusehen und gab ein gutes Bild vom Kernschatten und dem Unterschied zur gewöhnlichen Halbsichel, den ich ja auch lange nicht verstand; man erinnert sich.

Mehr Bedarf an Wortschwall?

Es ist Sommer, es ist nicht besonders heiß, aber es hat seit zwei Tagen auch nicht besonders oft geregnet, und beim ausgehen habe ich nicht sehr viele Jacken an. Die gewaschenen Sachen trocknen relaitiv schnell vor sich hin, und heute lachte ich eine männliche Person aus, die mit der weiblichen Flamme im Arm unterwegs war und, bar jeglicher Taschen, einen knallroten Taschenregenschirm in der Gesäßtasche stecken hatte. Also, bei den nicht sooo umfangreichen Spaziergängen, die man hier in Biele so unternehmen kann, sollte man als Mann auch ohne Schirm auskommen (aber gut, das ist das harte Urteil einer Schirmabstinenten).

Ich bin back in the library, fuck the office! Trotz nachgewiesener Schlechtluft am Sonntag und Rechnerbedarfs. Ich habe nämlich sechs der 31 relevanten Studien begonnen, in einer Art Tabelle zusammenzufassen. Ich finde ja, ganz neutral, daß 31 zuviel sind. Aber gut, ich habe einmal (wiedermal) den Mund aufgerissen, also. Theoretisch habe ich ja alle schonmal gelesen, und an sich ist das alles natürlich nichts neues, aber ob ich in so einer mündlichen Prüfung auch gut die Transferleistungen hinkriege, tja, und wenn man so rumfragt, ist es schon sehr viel im Vegleich zu den anderen Prüfungen in forschungsorientierter Vertiefung. Und dann kommt ja das zweite Thema noch hinzu, das ich mir noch aussuchen darf. Im Moment will ich Angststörungen, da hab ich grad alles drüber gelesen, was ich später für die Klinische eh wissen muß. Wahrscheinlich nehme ich die; allein schon wegen der sympathisch anmutenden Diagnosekriterien, daß die Ängste für die Betroffenen selbst als irrational und befremdlich eingestuft werden.

Also alles im fast-forward-Betrieb, as usual.

Dienstag, 12. August 2008

Im Auge des Orkans

... oder wie auch immer der Vorname jenes Unwetters draußen* lauten mag, das sich schon während des Tages durch launig-heftige Kurzschauer ankündigte. Es blitzt heftig, es donnert fortlaufend, ohne daß ein Bezug zwischen einem einzelnen Blitz und einem zugehörigen Donnerschlag ausmachbar wäre. Dazu regnet es, daß man die Hälfte der Sahara schlagartig fruchtbar machen könnte, wenn sie sich zufällig am Fuße der einstigen Arndtstraße befände. Inzwischen plätschert unten ein fröhlicher Bach durchs Asphaltbett, und hier oben ist jemand erstens froh, hier oben zu sein, und zweitens, nicht dem Ruf der Methodenfröhlichen ins Milestones gefolgt zu sein, denn schwimmen am späten Abend ist mitnichten erquickend und labend. Ohne Nichten auch nicht.

* [man fragt sich lediglich, wo genau die Kölner Bucht zu verorten sei... ]

Montag, 11. August 2008

Der könnte auch von mir sein

außer daß es egal ist, ob Jungen oder Mädchen anwesend sind. Ja, ich habe auch ein Standardgesicht. Und obwohl ich die mit Abstand netteste Kassiererin weit und breit bin, hat bestimmt schon so manche Kundin den Laden mit dem Gedanken verlassen, von was für einer Bratze sie da schon wieder bedient wurde. Kann ich was für deren schlechte Laune? Nein, ich bin nicht schlecht gelaunt. Es ist nur, beim Selbstversuch vorm Spiegel habe ich festgestellt, wenn ich nach Selbstempfindung schon quasi den Clown im Gesicht hab, den es morgens zum Frühstück gab, guckt mich eine ernsthafte, fast mürrische junge Dame, die nichtsdestotrotz ständig für 22 gehalten wird, an. Deswegen habe ich es aufgegeben, ein Gesicht zu ziehen, und seh halt aus, wie ich ausseh, wenn ich keinen Gesichtsmuskelkater kriegen will.

Sonntag, 10. August 2008

Feels like Kangasniemi

Hier gibt es ja einige Städtchen, die miteinander um den tollsten Namen ringen, wobei sich das Spektakel für unostwestfälisch-Außenstehende teils grotesk aufführt. Neben Löhne, Bünde und Bad Salzuflen drängt sich dem unparteiischen Beobachter der sonst unauffällige Kurort Bad Oeynhausen ins Gemüt. Gleichermaßen grotesk die Bewohner der Stadt, deren Anblick es fertigbrachte, mich drei Tage lang nach Schwedt/Oder und am vierten Tage gar ins weiter entfernte Kangasniemi versetzt zu fühlen. Aber der Reihe nach.

Das Bad hat wohl heuristisch zusammengetragenen Informationen zufolge an die 60000 Einwohner, zu denen im Schnitt noch um die 35000 Kurgäste dazukommen. Es handelt sich also für mein brandenburgisch empfindendes Stadtgefühl um eine große Stadt mit einem großen Auftrag. Je zwei Einwohner pflegen, versorgen, fahren, unterhalten oder kurieren eine/n Kurgast/in. Wenn man vom Bahnhof mit dem Bus, falls der Busfahrer auch eintrifft bzw. die entsprechende Bushaltestelle findet, zwei Stationen weit fährt, kommt man an das Einkaufszentrum Werrepark, das mich, ich erwähnte es bereits, an den Oderpark in Schwedt/Oder erinnerte, whyalsoever. Lustigerweise vermittelte mir auch die faul und teils zeternd durch das Einkaufszentrum marodierende provinzielle Ureinwohnerschaft, möglicherweise durch dysfunktionale Umständlichkeit begünstigt, ein Feeling East, an dem nichts heimatliches, vertrautes, vielmehr viel schauriges und nicht-mehr-daran-erinnert-werden-wollen war.

Aber das idiosynkratische Erlebnis schlechthin hatte ich am Sonnabendmorgen im Bus. Are we crazy for taking the bus hat mal irgendjemand gesungen, das weiß ich aus einer Max-Goldt-Story mit von-Bus-zu-Bus-Umsteigen-Gehalt, aber wer das gesungen hat und warum, weiß ich nicht. Jedenfalls murmelte ich diese Zeile wie ein Mantra, aber unhörbar vor mich hin, während sich um mich herum das Gruselkabinett der vorgeblichen Erholungsstadt Bad O. versammelte. An den pflichtbewußten Alkoholiker mit seiner Gehbank und dem noch leeren, sorgfältig zusammengefalteten Einkaufsbeutel im Korb derselben, der offensichtlich jeden Morgen um elf mit dem Bus in den Werrepark fährt, hatte ich mich an den vorhergehenden drei Morgen gewöhnen können. Er stank auch nur mäßig. Sonnabendmorgen fährt schonmal ein anderer Bus mit mehr Platz für Kinderwägen und Gehbänke. Mehrere Personen versorgten die knappe Luft mit Gerüchen, die einem vormaligen Leichenschauhaus in der Präkühltechnikära sicherlich zur Ehre gereicht hätten. Ich vermied also das Atmen und verfluchte mich für meine Bequemlichkeit, nicht schon um zehn mit der Kollegin im Westfex* zu fahren und vom Bahnhof aus zu laufen, gleichzeitig dachte ich Are we crazy for taking the Bus, und Max Goldt beschwerte sich nur darüber, daß er von einem Bus in den anderen umsteigen mußte! Meine Lektion war gelernt: nicht am Sonnabend in einer Kurstadt in Richtung Einkaufszentrum fahren! Mann!

Und warum Kangasniemi? Das ist zwar meines Wissens nach kein Kurort gewesen, aber komische Ureinwohner schlurften dort auch zwischen den Supermarktregalen herum. Gebrechen aller Art wurden zur Schau gestellt, und so mancher Finne dünstete riechende Substanzen aus. Wie in einem Kuriositätenkabinett fühlten wir uns da. And so I did in Bad O.

* [Westfex = eigenkreationierte Abkürzung für Westfalenexpreß; einmal stündlich verkehrender Regionalexpreß zwischen Minden (Westfalen) und Düsseldorf bzw. Dortmund. Der andere RE, mit dem ich fuhr, ist ein niedersächsischer mit der Destination Braunschweig.]

Mittwoch, 6. August 2008

Berlin Survival

Widerspricht sich ja eigentlich schon. Wenn man da nicht immer jeden Tag lebt und zur Arbeit fährt und Freizeit bewältigt, frißt einen die Stadt entweder auf, oder man verbringt Tage á la Bielefeld, oder beides.

Immerhin war ich in Oranienburg, im Museum und am Faulen-, Oranke- und Obersee und befand bereits beim Strandbad Orankesee, daß das sicher das kleinste Strandbad Berlins, aber immernoch eine gefühlte Million mal größer als der blöde Obernsee sei, außerdem mit echten Strandkörben versehen. (Noch interessanter wird die Sachlage durch die Information, daß zwar der Orankesee glaub ich noch in Weißensee, was immerhin eine Art kulturell akzeptierter Stadtbezirk ist, liegt, aber spätestens ab Obersee, vom Naturschutzgebiet Fauler See ganz zu schweigen, strengstes Hohenschönhausen regiert.)

Perfekte Überleitung zum schönen Stadtbezirke-ins-englische-übersetzen-und-Konfidenten-dann-raten-laß-Spiel. Erstens schön, weil fremdsprachenkompetenzfördernd. Zweitens kann man gescheit kichern. Drittens kann man das Spiel ausdehnen auf Städte und Länder außerhalb Berlins. Hier mal ein paar Beispiele:

cow cash
true nice
shark-del mountain
spicy castle
there mouth
earls' wood
new burning castle

Aber auch Stadtbezirke- bzw. -teileraten kann becircen [soweit nicht bereits benannt]:

eagle's court

counting village
heads, nod! [schwer bis grenzwertig]

Auf jeden Fall ist es sehr gut, niemanden im Bekanntenkreis zu haben, der in einer Bar arbeitet, sonst würde man wahrscheinlich häufig dort am Tresen sitzen und die Umgebung mit lustigen Ratespielchen erfreuen.

Berlin, so las ich gerade in einem etwas veralteten, mich gleichwohl erfreuenden Magazin, sei die weltweite Hauptstadt der Spatzen. Und das, wo erst vor wenigen Tagen die Lieblingsfreundin äußerte, daß sie schon überall auf der Welt (und sie war schon ein bißchen mehr überall als ich) stets auch Spatzen traf. Spatzen sind jedenfalls, das ist jetzt ganz objektiv, süß und putzig, und ihre Art, piepsend um Portionen zu bitten, die möglicherweise größeninduziert (des Spatzen jeweilig) eh gering sind, ist außerordentlich erfolgreich. Oft sitzen sie anmutig auf der gegenüberliegenden Outdoorstuhllehne und piepsen. Da niemand in Berlin ernsthaft Tauben* Lebensmittel zukommen lassen möchte, ergeben sich häufig akrobatisch anmutende Kekskrümelwerfverrenkungen.

Wenn man mit dem Südring fährt, kommt man am Flughafen Tempelhof vorbei. Obwohl ich sicherlich die letzt- bis vorletzte Person bin, die einen Flughafen für Reiche favorisieren würde, bedauere ich die Schließung von Tempelhof, es sei denn, alles bleibt wie bisher. Ein Flugzeug starten oder landen sehe ich bei meinen gelegentlichen Südringfahrten ohnehin so gut wie nie. Aber der pure Anblick des Flughafens mit der geschwungenen Silhouette (übrigens nur eines von vielen mir persönlich bekannten Gebäuden, die den Anspruch haben, der jeweils größte Gebäudekomplex von Europa, der ganzen Welt oder sogar vons ganze Universum zu sein) macht berlingeil. Flach, und dann der ganze Schmonz: Potsdamer Platz, Fernsehturm, Forumhotel usw. Flankiert von diversen Rosinenbombern, die abseitig der Landebahnen vor sich hin rosten. Was aber richtig, richtig cool ist: Kein Flugzeug weit und breit, aber zwei Polizisten REITEN im Schrittempo (und dann meine ich auch Schrittempo = die hätten auch zu Fuß gehen können) einmal um den Flugplatz herum.

Immernoch Berlin: Habe unfunktional mein Hiwi-Gehalt im Globetrotter aufn Kopp gehauen für eine trotz Reduzierung immernoch sündhaft teure selbstaufblasende Isomatte und eine Jacke, die hoffentlich für den bielefeldtypischen Winter funktional sein wird. Es gibt also allseitiges demnächstiges Jackenverbot.

Heute (nicht mehr Berlin) war ich in Bad Oeynhausen als Unterstützung im dortigen Geschäft. Abgesehen davon, daß die mich nicht wirklich brauchten, gab es noch mehr Erinnerungen an damals Schwedt/Oder. Der komische Weg vom Bahnhof zum Einkaufszentrum; das für die Gegend sicherlich überdimensionierte Einkaufszentrum; die mangelhafte Auftragslage im Laufe der Schicht; noch schlimmere Provinz als Bielefeld. Das wird den Rest der Woche prägen, und dann fangen wir mal an für die nächste Prüfung.

* [Gemeint sind natürlich diese degenerierten, häßlichen und lästigen Vögel. Mit Gehörlosen teile ich gern mein Gebäck!]

Donnerstag, 31. Juli 2008

Coole Sau, die

Die Rede ist von der Lieblingsschwester, die nach- und gleichgezogen hat, zumindest was die physiologische Psychologie angeht. Auch mit Ansage und großer Klappe, auch beim Junior. Glückwunsch!

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung, dachte ich vorhin, als ich beim Cheffe die FoV-Prüfung besprochen habe. Entscheidungsverhalten, das ist jetzt nicht besonders überraschend, und das zweite Thema kann ich mir aussuchen. Entweder eine Störung oder eine Funktion. Und dann hinterher feststellen, daß das ja grad mal knapp sieben Wochen hin sind. Und nächste Woche läuft gar nichts, weil ich nach Bad Oeynhausen verliehen bin. Also, all systems go.

In den nächsten zehn Wochen wird es mindestens vier Ausflüge geben. Einer startet heute in die Hauptstadt, um wenigstens ein paar Tage Ferienfeeling zuzulassen. Im September bietet sich doch noch eine Gelegenheit, eine bislang weitgehend unbekannte Stadt aufzusuchen, nämlich Nürnberg. Ich bin da zwar schonmal mit der U2 vom Hauptbahnhof zum Flughafen gefahren und drei Wochen später retour (nein, ich habe dann nicht drei Wochen am Flughafen rumgehangen und den Tornados beim Starten zugeschaut), und die vielen schönen Autobahnkreuze rund um Nürnberg durfte ich auch schon öfter mal inspizieren, aber die Stadt selbst ist mir bislang unbekannt geblieben. Das ändert sich also Anfang September anläßlich eines Decision-making-Arbeitstreffens. Journey No. 3 goes to Crete, und heut in zehn Wochen startet die GNP in Tübingen, und mit ihr mein erster Tagungsbeitrag in Form eines Posters. Das Poster muß ich natürlich auch irgendwann mal machen *seufz* alles für die Forschung...

Sonntag, 27. Juli 2008

Langer Text, leider, und allzu wenig Inhalt, aber am Ende gibt es Musikhinweise

Offensichtlich waren sich mein soziales Umfeld und ich sich einig in der Frage, wie man die Abende nach der letzten Vordiplomsprüfung rumbringt, zumal wenn dann auch noch der Juli sich plötzlich besinnt und seinen Pflichten als Sommermonat nachzukommen sich anschickt. Daher wird jetzt nachgetragen.

Als erstes soll hier in aller Öffentlichkeit die beste Prüfungsvorbereitungsbetreuung ever geehrt und entsprechender Dank geäußert werden. Obwohl es aufgrund des Weltpsychokongresses in Berlin auf unseren Fluren unheimlich stille geworden ist, zog ich die Bibliothek für die letzten Lerneinheiten vor, dabei fällt mir ein, daß es ja auch umgekehrt sein kann: WEIL es im Büro so ruhig war, bin ich in die Bib gegangen, wo ja immerhin Leidensgenossen auch mit der Faktorenanalyse rotiert sind und sich verzweifelt gefragt haben, worin genau eigentlich der Unterschied zwischen der Arousal- und der Inhibitionstheorie der Extraversion besteht. Nach einer von den beiden (bzw. in meinen Augen bei beiden gleichermaßen) benötigen Extravertierte stärkere Reizintensitäten, um überhaupt erregt zu werden, während Introvertierte (nennen wir sie der Einfachheit halber Sensibelchen) schon bei einstelligen Dezibelzahlen aus dem Häuschen geraten. Vulgo: In der Bib: Extravertiert, zuhause: Sensibelchen. Nun weiß ich zwar nicht, ob ich hundertprozentig auf den Faktor Extraversion lade, und so störend finde ich die Lernumgebung Bibliothek auch nicht, immerhin wird tadelnd bis mißgünstig geschaut, wenn jemand vergessen hat, das Telephon stummzuschalten. Aber darum geht es grad eh nicht, sondern darum, daß ich mittags und nachmittags zum Essen und Kaffee abgeholt wurde; und daß ich abends die Äuglein nicht ermüde mit unsinnigem Gestarr ins Buch, dafür war auch gesorgt. Abgeholt. Das war gut.

Hoffentlich hats nun auch gereicht. Meine nette soziale Umgebung hat ja keinen Zweifel daran, obwohl die das ja am wenigsten wissen kann, weil die ja gar nicht weiß, wieviel und was ich gelernt habe. Ich lerne ja immer sehr selektiv, d.h. Faktorenanalyse finde ich doof, dann weiß ich da auch nichts drüber. War in der Klausur nicht so günstig. Aber gut, gezählt wird aufm Platz, und das Ergebnis wird bißchen dauern, hoffentlich kann ich mich überhaupt für die nächste Prüfung anmelden.

Jedenfalls gehts ja um danach. Sonne scheint, beim Eddy gibts kaltes Bier und hinter der Uni eine grüne Wiese, deren blühender Klee von einer schieren Armada fleißiger Bienen nach Kräften befruchtet wird. Später wird durch die Stadt gebummelt und festgestellt, daß keine Prüfungsbelohnungen feilgeboten werden. Noch später findet man sich auf dem, wahrscheinlich aufgrund des plötzlichen Schönwettereinbruchs völlig überfüllten Siegfriedplatz ein und trinkt polnisches Bier ausm Edeka.

Dann zwei Tage Brötchenverdienen bei schwülwarmen Temperaturen und wiedermal defekter Klimaanlage. Anstrengend, das, aber immerhin lerne ich, daß Klimaanlage auf englisch nicht climatation (was nicht überrascht), sondern AC (was durchaus überrascht; was bedeutet denn dann der zweite Teil der allseits bekannten Rockgruppe AC/DC?) heißt. Nach den jeweiligen Schichten gab es jeweils nette Veranstaltungen. Einentags eine gleichzeitige Einweihungs-, Auszugs-, Geburtstags- und Post-Prüfungs-Party, was sehr schön war, weil da auch viele aus meinem Semester waren, die ich im letzten Semester nicht so oft gesehen habe, weil ich auch nicht grad fleißig studiert habe. Die Freude wurde leider etwas durch die wohnungslagenbedingte Hitze, die durch die Anwesenheit zahlreicher teils schwitzender Gäste nicht gerade verbessert wurde, gedämpft, aber was heißt hier teils: alle schwitzten in dieser wahnwitzig unter das Dach gepreßten Wohnung, in welcher ich ohne Mühe die Decke über mir berühren kann und die über keinen einzigen rechten Winkel, dafür aber zahlreiche Balken verfügt, an denen man sich prima stoßen kann. Am andern Abend hörte meine Lieblingsnachbarin auf, eine solche zu sein, indem sie in eine phantastische Altbauwohnung zog, die nicht nur über zwei Balkone und einen fulminanten Ausblick bis hin zu den Salzuflern Bergen verfügt, sondern auch über etwas wie die maßstäbliche Raumwerdung der Idee "Flur". Wenn man in diesem Flur steht, bezweifelt man sofort den semantischen Sinn des beliebten Liedes "Da steht ein Pferd auf dem Flur", denn plötzlich ist es denk- und annehmbar, daß ein Pferd, ach Quatsch, drei, vier davon auf einem Flur herumstehen; man fragt sich höchstens, wie die Tiere es die fünf Altbautreppen hinauf geschafft haben. Fulminant! Also: Großer Neid für eine große Wohung! Danach mußte ich noch aufs Dach, obwohl ich schon so gut wie scheintot war. Die marginalen Entfernungen hier machen es einem wirklich leicht, trotz schwerer körperlicher Erschöpung für kontemplative Erlebnisse nochmal das Haus zu verlassen. Auf dem Dach ist immer gut, und es ist sehr bedauerlich, daß dieses Dach zu der WG gehört(e), die am Tag zuvor u.a. ihren Auszug gefeiert hat.

Heute also einer der raren, freien, schönwettrigen Sonntage hier in Biele (und allzu viele brauche ich davon nicht unbedingt). Eine sich für mich vor allem akustisch bemerkbar machende Baustelle am Güterzuggleis erschwert das Ausschlafen, d.h. immer wenn sich ein Güterzug nähert, trötet der Hauptbaustellentröter auf so einer mit Druckluft oder sonstwie gasig betriebenen Tröte herum, damit die Gleisarbeiter wissen, daß sich ein Zug nähert. (Die Informationen, die im letzten Satz enthalten sind, entbehren jeglicher recherchlicher Grundlage und sind ausschließlich als Ergebnis nächtlichen und morgendlichen Nachdenkens über Grund und Ursache der derzeit leider nachhaltigen Tröterei zu werten.) Trotzdem wird der Frühstückstermin (14 Uhr Stahlberg) eingehalten, was zu der natürlich nicht weiter zu verwundernden Einsicht führt, daß man im Stahlberg um 14 Uhr keine Wünsch-dir-was-Zettelchen mehr bekommt, infolgedessen man irgendwas anderes essen muß. 14 Uhr! Das ist doch keine Zeit! Also sitzt man nett auf dem Alten Markt herum und guckt den Kindern beim Herummanipulieren am Springbrunnen zu. Der Konfident geht ja bald nach México, und ein bißchen ist er auch schon in einer anderen, wahrscheinlich so einer Zwischenwelt unterwegs, scheint mir. Ohne jetzt die damalige Antizipation "von Berlin nach Bielefeld zum Studieren" mit der Aussicht auf "von Bielefeld/Studium nach México/Migrantenprojekt" gleichsetzen zu wollen, kann ich das schon ein bißchen verstehen: Man ist nicht mehr ganz da, wo man physikalisch noch ist, aber man ist auch nicht psychisch schon dort, wo man hingehen wird, weil man das ja noch gar nicht kennt. Man weiß nur, daß das richtig ist, was man machen wird, und man fühlt jetzt schon, wie schwer die Vermittlung zwischen hier und dort sein wird.

Schlußendlich habe ich Lieder entdeckt, Lieder, die die Welt vielleicht nicht unbedingt braucht, aber gleichwohl im Laden laufen und von mir dank schnellen Blicks auf die Anlage (das ist schwieriger als es klingt, denn die Anlage ist im Büro, wo ich aller-allermeistens nicht bin) identifiziert wurden und hier, hier und hier für die staunenden Leser verlinkt sind. Ich kenne sie alle schon lange, seit sie halt im Laden laufen, und finde sie, bei aller Unterschiedlichkeit, charmant und beschwingend. Im ersten Lied besticht die Zeile "I'm going back to 505, if it's a seven hour flight or a 45 minute drive" (whatever 505 shall be!), der nicht unschnubbelige Interpret des zweiten Liedes singt sehr eindringlich "But I won't hesitate no more, it cannot wait, I'm yours" und das dritte Lied liegt mir schon seit langem mit "Can I know more than I knew before, I know more than I knew before, I didn't rest, I didn't stop, Did we fight or did we talk,
Oh, I'll be the one who break my heart, I'll be the one to hope" usw. in den Ohren und verdient m.E. dafür den Preis für zutreffendste Lyrics des frischvergangenen Quartals, und den für die davor auch.

Jetzt ist aber Schluß hier.

Mittwoch, 23. Juli 2008

Ameisenflugtag

Nachdem man in den letzten Tagen eher den Eindruck gewinnen konnte, daß März und Juli spontan die Plätze getauscht haben, hat sich das Wetter ein bißchen erholt und abendlichen Sonnenschein spendiert. Wie ich vor einigen Jahren nicht ganz freiwillig lernen durfte, gibt es bei den Ameisen immer mal wieder Tage, wo den neuen Königinnen Flügel wachsen und sie in die Welt hinausfliegen, um neue Völker zu gründen. Hier war das heute. Überall geflügeltes.

Außerdem der Satz des Tages, ausnahmsweise mal von mir, ich sagte: Mit einem Mann, der schon frühmorgens ein Glas Milch trinkt, könnte ich nicht zusammenleben. Warum, weiß ich nicht, aber der Satz erntete Gelächter. Neben allem anderen scheint also auch eine derart einfache und nachvollziehbare Bemerkung einen in die Ecke der vorsichtig zu behandelnden Personen zu rücken. Dabei Milch! Im Kaffee okay, da gehört sie hin, das scheint auch die einzige naturgegebene Bestimmung von Milch zu sein, aber sonst? Und dann natürlich die Diskrepanz, daß man ja mit seinem quasi Ökoheiligenschein als Milchtollfindtante disponiert sei, also das Ablehnen von Milch Inkongruenz in der Außenwahrnehmung erzeuge... das ist ja extra! Immer wenn du glaubst, du hast mich in Cattells 35 Clustern eingekreist, entwische ich dir. Entweder mit der Snoopy-Tasche. Oder der H&M-Schnecken-Frisur. Oder mit dem Flugticket.

Geklaut: Das Bedürfnis, sich von der Masse abzuheben, kann nur derjenige haben, der sich an sich zunächst der Masse zugehörig fühlt.

Morgen, morgen. Interessiert es mich, daß ich morgen die erste bitte ernsthaft und sofort zu bestehende Prüfung schreib? Offensichtlich nicht. Lieber Portishead und die Bildreihe "Unnütze Erfindungen" und Pizza und Surfpoeten und Backgammon und überhaupt.

Dienstag, 22. Juli 2008

Kurz vor Schluß

Also, übermorgen isses soweit, die letzte Prüfung fürs erste Zeugnis seit dem Abi steht an. Seit diese geheimnisvollen Fragen aus Jena aufgetaucht sind, ist alles gut geworden. Nicht daß ich die einfach oder leicht oder auswendig beantworten könnte, aber zumindest sind mögliche Schwerpunkte etwas eingrenzbarer geworden; im übrigen gilt die alte Regel "Was ist das schlimmste, was passieren kann?"

Obwohl, andererseits fühle ich mich schon etwas ZU locker.

In der Uni ist wieder der Sommerferien-Ausnahmezustand ausgebrochen. War an ZWEI von zwei Tagen im Westend essen; einmal wegen Gruppenzwang, aber heut gab es beim Salat nur Gemüseburger, das ist grad nix fürs Hirn.

Was man im Westend an Fritten zuviel ißt, trainiert man auf dem Weg zum Kaffeetrinken wieder ab, da muß man nämlich zur Seufzerbrücke spazieren, weil die Caféteria um vier zusperrt. Witzige Beobachtungsstudien kann man dann von der Galerie aus durchführen, indem man die Gesichter der zielstrebig, teils mit Tassen in der Hand, auf die Eingangstür zustrebenden und dann plötzlich innehaltenden Personen betrachtet. Auf der Galerie kann man auch prima diese Fragen durchgehen und die ganze Zeit ausrufen "Was für ein Schwachsinn! Warum lang und breit Cattell lernen, wenn doch in aller Kürze feststellbar ist, daß seine Daten unzulänglich sortiert und interpretiert wurden!" Wenn man Glück hat, weist einem die Lernpartnerin einen IQ jenseitig der 100 Punkte nach. Wenn man Glück hat, fragt der Prüfer übermorgen nach dem Mittelwert und der Standardabweichung beim IQ, und ob der IQ erblich ist.

Ansonsten habe ich ja oft Glück: Heute morgen wurde ich im schicken, brandneuen und blitzeblauen Auto in die Uni gefahren, und im selbigen gings auch zurück. So quält man sich nicht bis 21 Uhr in der Bibliothek herum, sondern hat ein Einsehen und geht zur rechten Zeit heim. Und bespricht dabei noch Sinn und Widersinn des "zufälliger Artikel"-Buttons bei Wikipedia. Natürlich ist es oberste Schublade in der Kommode des unnützen Wissens, daß bei Schiefkörpern, die eine endliche Anzahl von Einheiten besitzen bzw. aus denselben bestehen, die Kommutativität der Multiplikation zuschlägt, während umgekehrt bei nicht vorliegender Kommutativität der Multiplikation der Schiefkörper eine unendliche Anzahl von Einheiten beinhaltet. Das Wissen ist sogar im doppelten Sinne unnütz: Es nützt nur nichts im Sinne von "Wissen ist Macht", denn mit der beschriebenen Tatsache werde ich den Prüfer am Donnerstag nicht becircen, sondern es ist auch in allen anderen praktischen Belangen völlig wertlos: Was ist ein Schiefkörper? Und wann brauche ich ihn, und wofür? Und ist Multiplikation nicht immer kommutativ, nach dem alten Kommutativgesetz: Faktor mal Faktor gleich Produkt und umgekehrt?

Also, Wikipedia ist auch keine Lösung.

Freud, Eysenck, Cattell, Mischel, Guilford, Sternberg, die können mir alle gestohlen bleiben. Frauen kommen nur bei der Frage vor, ob sie vielleicht weniger intelligent als Männer sind; immerhin sind die Gehirne ja leichter. Albernes Fach!

Sonntag, 20. Juli 2008

Neurotisch? Extrovertiert? Offen für Erfahrungen? Gewissenhaft? Verträglich?

Das fragt man sich allerdings, wenn man sich den lieben langen Tag mit Persönlichkeitskonzepten beschäftigt. Auf welchen Faktor lade ich eigentlich besonders hoch? Und warum rotiert man die Faktorenmatrix in eine Punktewolke hinein, und aus welchem Grund entsteht dabei das Kommunalitätenproblem?

Ins offene Messer laufen, so fühlt es sich an, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet, die es so vorher noch nicht gab. Keine überlieferten Prüfungsfragen, keine weitergegebenen Erfahrungen mit dem (Miß-)Erfolg von Lerneifer und -dauer, keine Ahnung. Vom Feeling her habe ich ja nicht das Gefühl, besonders viel gelernt zu haben, aber vom Feedback während diverser Pausengespräche her kann es so schlecht nicht sein, was aber möglicherweise daran liegt, daß mein Cortex (und insbesondere der Hippocampus, dieser Schlingel!) wieder zur selektiv-unorganisierten Informationsaufnahme übergegangen ist; d.h. je detaillierter bei gleichzeitiger Unwichtigkeit die Information und je beiläufiger die Darbietung, desto wahrscheinlicher die Encodierung, episodische Abspeicherung und der spätere Abruf. Also wie Cattell zu seinen 35 Clustern gekommen ist, kann ich mir beim besten Willen nicht merken, aber daß bei einem lexikalischen Versuch der Replikation der Fünf Faktoren im Italienischen zwar fünf Faktoren rauskamen, aber ohne Neurotizismus und dafür mit einem, der als "Hang zur Unkonventionalität" beschrieben wird, das werd ich noch auf dem Sterbebett in den dann wahrscheinlich vorhandenen Damenbart murmeln.

Andere Sachen interessieren dann höchstens peripher. Das Wetter beispielsweise. Es hat auch keinerlei Interesse verdient, bei dieser jämmerlichen Vorstellung. Oder der ICP in Berlin, der morgen anfängt. Phh! Weltkongreß, was heißt das schon. Ich sitz brav in Biele und schreib Vordiplomsprüfungen. Die Officemate will morgen allein zu 17 Symposien gehn. Da sie das nicht schaffen wird, hat sie alternativ eine Buddy-Liste erstellt mit all den Symposien und Vorträgen ihrer Bekannten und Kumpanen, da geht sie dann hin. Der Stützpfeiler des vertraut-bekannten in einer reiz- und informationsüberfluteten Umwelt. Weitere, direkte Implikation des Kongresses: Die Flure im T-Zahn werden ab morgen recht still und leise sein infolge mannigfaltiger Abwesenheit.

Also noch drei Tage reinhauen, bis ich die Namen und Faktoren nicht mehr hören kann. Bei Entwicklung hatte ich zum Schluß auch nurmehr drei Tage, und an anderthalb davon habe ich eigentlich auch nichts gemacht. Also.

Dienstag, 15. Juli 2008

Heute mal ohne

So, die Lieblingsschwester hat heute in der nettesten Klausur ever doch wohl die andere einsnull geschrieben. Jedenfalls hat sie geschrieben, bis quasi die Hand abfiel, und nett waren die Fragen wirklich.

Fast noch wichtiger heute war die Posterpräsentation der EmpiriepraktikantInnen im Kolloquium nebst anschließendem Feedback. HJM glänzte mit offensichtlichen Adleraugen ("Hier haben Sie ein Komma, da einen Punkt.") Feedback war natürlich lustig wie immer, wegen Feedbackregeln. Inhaltlich war es auch gut, mit viel zustimmendem Kopfnicken und dergleichen.

Mein eigenes gabs auch noch, und bescheiden will ich nicht drüber reden, nur soviel, das war eher so ein vegetarisches Brötchen. Auch nice.

Entdeckung des Tages

Abgesehen von dem hochinteressanten Excel-Dingelchen, mit dem man Effektstärken berechnen kann und das offensichtlich eine Informatik-Göttin programmiert hat, kam ich über eine kurze Erinnerungsübung an die zwei Wege der Schlangen- und-ähnliches-Wahrnehmung bei LeDoux zu einem Link auf die Seite von LeDoux und Kumpanen, auf der das Ganze ganz anschaulich dargestellt ist. Aber Obacht! NICHT auf die Amygdala klicken! Es kann andernfalls zu Fremdschäm-Anfällen kommen!

Montag, 14. Juli 2008

Ach ja, das Tolle

Hab ich wohl ganz vergessen, während ich mich von meinem eigenen Hirn entzücken ließ.

Toll: Mein Poster für die Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie wurde angenommen! Für Cheffe und Co. kam das zwar nicht überraschend, weil die eh auch ein Symposium angemeldet und gekriegt haben, aber ich hab mich über meinen ersten eigenen Kongreßbeitrag angemessen gefreut! Also machen wir wieder mal ein Poster, und dann geht es ab nach Tübingen. Schade eigentlich - eine der ganz wenigen Städte Westdeutschlands, die ich schon kenne. Lieber wäre mir natürlich irgendein bislang noch völlig unbekanntes Nest gewesen, sowas wie die Ruhrpottperlen (ist auch nicht so weit) oder Bonn oder so. Dafür ist Tübingen natürlich hübsch, mit Fluß und Burg und Gedöns.

Toll: Morgen schreibt das Schwesterherz die familienintern zweite einsnull in Physio, und der Auftrag lautet, daß sie bitte ob der netten Fragen vor Freude quieken solle, sobald sie die Aufgaben hat. Das habe ich ihr so weitergegeben. Die Schlafexpertin meinte dann, nicht daß es dann heißt, aufgrund der exzellenten Klausur der Schwester müsse meine Note nochmal umgewidmet werden. Egal wie, jedenfalls Daumendrücken morgen nachmittag, und hinterher mit Getränken davorstehen.

Toll: Morgen gehts Empiriepraktikum mit der Posterpräsentation zuende, mal sehen, wie die Mädels und Jungens das so machen.

Toll: Der Decision-maker war da und half beim Prokrastinieren.

Toll: Ich bin lässig genug, den zehntletzten Tag vor der Prüfung ganz lässig nichts zu machen. Also gestern ja ja, aber heute eher: nein. Dafür was anderes sinnvolles gemacht: eigentlich auch nein, bis auf wenige, kurze Ausnahmen.

Nicht so toll: Zwangsvegetarismus. Im Salat gabs nur vegetarische Wellnesspfanne, die an sich lecker war, nur wenn man das Tofu durch Fleisch ersetzt hätte, wär noch besser gewesen. Und jetzt ess ich auch noch Spinatpizza, die ist vom Konfidentenintermezzo neulich noch über. Bleibt die Frage, warum ich nicht an solchen Abenden Hähnchenflügel esse? Die gibt es unlogischerweise dann, wenns am Salat bereits Hähnchenschenkel gab. Nicht so toll, oder?

Und, toll: Habe ein kürzlich für 2 Öre (also mit Personalrabatt noch weniger) erstandenes T-Shirt ausm Kinderladen an, und das ist nicht zu eng oder klein oder sowas! (Gr. 170)

Sonntag, 13. Juli 2008

Gescheiterter Versuch der Abwerbung

Geh' ich vorhin so zur Bahn und seh an der Kreuzung schon eine Frau, die einem Prospekt für mustergültige Christenweiber entsprungen sein dürfte. Kopftuch, Korb, Rock, blitzeblaue Augen, blondes Haar, kerngesund. Ich vergesse sie sofort wieder, aber nicht für lange, denn plötzlich eilt sie über die Straße und spricht mich von der Seite an, wo die Siegfriedstraße sei. Ganz genau weiß ich es auch nicht, ich zähle die Querstraßen an den Fingern ab: Siechenmarschstraße, Friedrichstraße, Weststraße, dann müßte die Siegfriedstraße kommen. Unbeirrt läuft sie weiter neben mir her, kritischer Blick, Sind Sie Studentin? Ja. Und was studieren Sie? Psychologie. Um Gottes Willen, hören Sie damit auf! Ich denke gar nicht dran, ich finds eher sehr toll und überhaupt nicht schädlich oder was. Hören Sie auf damit, wir brauchen Menschen, die etwas herstellen. Möbel, Kleidung, Nahrung, Schuhe, ich muß Schuhe aus Synthetik tragen, entsetzlich, oder Decken, wir haben Decken aus Synthetik, im Winter merkt man die schädliche Wirkung nicht so, aber nun, im Sommer, ist es warm, man schwitzt, entsetzlich, also hören Sie auf mit der Psychologie, wir brauchen Menschen, die Dinge herstellen, die wir brauchen, um gesund zu bleiben, wer braucht schon Psychologen! Können Sie einem Menschen helfen, der alkoholkrank und drogenabhängig ist und sich ständig suizidieren will? Können Sie das? Jesus Christus kann das. Jesus Christus kann diesen Menschen helfen [...] - An dieser Stelle hatten wir dann die Weststraße erreicht, und ich konnte erleichtert zur Bahn abbiegen.

Das Ganze war gar nicht so sehr an mich persönlich gerichtet, es wirkte eher wie eine oft gehaltene, nur minimal den jeweiligen Umständen angepaßte Litanei, monoton und laut heruntergeleiert, auf einer sonntäglichen Straße mitten in Bielefeld.

Besonders erfolgreich war sie nicht, jedenfalls nicht bei mir. Vielleicht kam sie grad aus dem Tempel, in dem sich ihre Sekte sonntäglich zu versammeln pflegt, und mußte ihrer Erregung über die unhaltbaren Zustände auf dem Versorgungsmarkt Raum geben. Was es doch alles gibt.

Samstag, 12. Juli 2008

Es funzt noch

The olde brain, mein' ich. Selbst im Sonnabendmorgen-Frühdienst-Frühstart.

Aber worum geht es eigentlich?

Roundabout vorgestern kam ich nach einem anstrengenden Tag mit Uni und Artikelchen einsortieren und Poster manöverkritisieren und Faktorenanalyse-Lesen und Kassieren nach Hause, schaltete den Klapprechner ein, und der geht nicht ins Internet, obwohl er anzeigt, dasser drin is. Gut, gibt es manchmal bei uns, daß das Wohnheimnetzwerk nicht funzt, kann schon mal vorkommen, passiert. Geh ich eben früher schlafen, ist ja auch ganz nett, wenngleich ich eigentlich einen Eintrag schreiben wollte über was Tolles, aber das mußte warten und wartet jetzt immer noch. Weil erst Erklärung hier, nich!

Was soll ich sagen, gestern abend ging das Ding immernoch nicht ins Netz.

Heute morgen unter der Dusche hatte ich dann die Hypothese, daß das mit dem letzten "Sicherheitsupdate" vielleicht zusammenhängen tut, denn, so kam es mir, frag nicht warum, plötzelich in den Sinn, seither funzt das nicht mehr. Ist zwar eine bösartige Unterstellung, daß Windows XP den neuen Firefox just in dem Moment flachlegt, wo der eigene Explorer wiedermal kostenlos unter das Volk kommen soll, welches nicht und bloß nicht mit dem Opensource-Produkt Firefox legal fremdgehen soll. Klingt nach Verschwörungstheorie, Ausnützen der marktbeherrschenden Stellung, unladylike.

Nach dem Duschen schaltete ich den Klapprechner ein, suchte nach den Einstellungen für die Sicherheitsupdates, fand die Biester im Softwarebereich (nein, das war nicht überraschend!) und löschte die zuletzt installierte Datei.

Ich sag das jetzt ungern, aber sofort war ich wieder online, Bestandteil des weltweit alle und alles umspannenden Netzes, trudelten elftausend eMails ein, war alles wieder in Ordnung. Dann muß ich wohl auf dieses spezielle Update verzichten, will mir scheinen - aber wie ich auf diese Lösung gekommen bin, find ich super. Und das um sechs Uhr morgens!

Dienstag, 8. Juli 2008

und noch schnell...

Das find ich wiederum cool in Biele: durch stures Türenblockieren ermöglicht man langsameren Damen das Mitreisen in der Straßenbahn, und niemand murrt. In Berlin gäbe es da allerlei Ansagen; vom Fahrer eh, aber auch von den ungeduldigen Mitfahrern.

Ausgehend von meinen Berichten über die englischen Städtenamen im Kauderwelsch eines Zugchefs bildeten wir heute wörtliche Übersetzungen von Berliner Stadtbezirksnamen. Der erste Platz geht an Charlotte's Castle, dicht gefolgt von Horst of Charles und Upper Beautiful Living. Nicht zu vergessen Brighter Village, White Lake, Cross Hill and Temple's Courtyard, Friedrich's Wood and When Lake... jaja, tut alles weh, kann man aber 'ne Menge Spaß haben bei. Mein persönlicher Favoritv, weil man da noch ein bißchen nachdenken muß, ist Fox' Village.

Montag, 7. Juli 2008

Fragmentarisches vom Wochenende

Am Sonnabend nach der Frühschicht in den ICE, zum Geburtstag der Lieblingsfreundin fahren. Bin ja lange nicht mehr ICE gefahren, imer nur IC. Hatte das Ding natürlich erstmal Verspätung, 18 Minuten. Begründung: Schaden am Triebkopf des hinteren Zugteils, infolgedessen unter anderem der hintere Zugteil vorne und der vordere hinten war. Offensichtlich hat sich der Zugmechaniker beim Reparieren verbotener Tricks bedient, denn auf den läppischen 350 Kilometern bis Spandau hat der Zug - auf Hochgeschwindigkeitstrasse, wo man ja annehmen würde, daß die Züge da eh so schnell wie möglich fahren - die Verspätung komplett wieder reingefahren.

Lustig auch die Ansagen des Zugchefs. Ich gehöre ja nicht zu den Leuten, die die Zugchefs ihres mangelhaften Englischs wegen auslachen. Aber drüber lachen kann man trotzdem oft. Zum Beispiel hat der Zugchef bei den englischen Mitteilungen zu "your next travelling connections" die Städtenamen auch immer englisch ausgesprochen, was ja an sich schon Unsinn ist, dann aber auch noch oft eher falsch. Aissie-ieh tuh Hämbörg... aissie-ieh to München*, weia Kessel-Wilhelmshöhe... aissie-ieh to Freybörg weia Fränkfört. Aber als wir schlußendlich ausm Hauptbahnhof rausfahren, sagte er doch tatsächlich: Our next stop is Börlin-Ostbahnhof.

Das Geburtstagsfeiern gestaltete sich sehr entspannt an runder Tafel unter Bäumen neben der angestammten Kirche mit einem Haufen der heutzutage offenbar unvermeidlichen Kleinkinder, die teils schreiend protestierten, weil sie die geliebten, schmackhaften Kieselsteine wieder ausspucken sollten, teils fröhlich "heppi tu ju" vor sich hin trällerten. Der einst ambitioniert angelegte Steingarten zwischen Kircheneingang und Straße war völlig von Lavendel überwuchert, was der warmen Sommerluft einen besonders würzigen Duft gab. Und gibt es was angenehmeres, als mit einem Lübzer in der einen und einem Lammflügel oder wie das bei Lämmern heißt in der anderen Hand die alten Geschichten zu erzählen, wie man damals auf dem Turm gestiegen sei, entweder im völligen Dunkel, oder verfolgt von der Polizei, oder mit 25 Mann in einer Nacht-und Nebelaktion während einer ahnungslosen Geburtstagsfeier. Jaja, wir waren auch ganz schöne Helden seinerzeit, und bei der Evangelischen Jugend Friedrichshain ganz besonders.

Gestern dann mit dem Kleinkind der Wahl übern Flohmarkt Boxhagener Platz, dabei gesellschaftlich anerkanntes Kakaobecher-Entsorgen im nächstgelegenen Mülleimer übend. Die erwachsenen Damen natürlich mit Pappbecher-Latte-Macchiato bewaffnet (sonst kommt man, zumindest wenn man ein kleines Kind dabei hat, gar nicht auf den Platz). Auf dem Markt der übliche Schnickschnack, und der Mann mit den schönen Vögel-T-Shirts war auch wieder da, und dann immer dieses Kind auf den Schultern! Das Kind befindet sich gerade am Fuße der Wortschatzexplosion und benennt alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Feuerkäfer, Ringeltauben und dergleichen. Wichtige Bestandteile des Lexikons knapp zweijähriger Mädchen.

Später unangenehme Heuschnupfenattacken und ein mühsamer Spaziergang durch bleischwere Luft am Rummelsburger Ufer entlang. Darauf eine Kajakflotille. Kajakfahren kann ich ja leider gar nicht, Kanadier umso besser. Aber Kanadier waren keine zu sehen, nur Optis am Horizont. Der Rockstar meinte, daß das schon schön wäre, gäbe es in Biele auch solches Gewässer. Darauf meinte ich zornschnaubend, daß das ja wohl ein Witz sei, daß die Bielebewohner einen immer auf den Obersee verweisen würden, wenn man den Mangel an attaktiven Freizeitgewässern beklagt, und dabei sei ja diese Rummelsburger Bucht, lachhafte Pfütze, schon dreimal so groß wie der verdammte Obersee! Das ich nicht lache!

Nachher gehts wieder zurück, den nächsten Geburtstag feiern. Eben habe ich mich im nahegelegenen Kaufland noch schnell mit Andenken an die Heimat versorgt. Senf und Ketschup aus Werder und Bautzen, und Worcestersouce nach Dresdner Art, und natürlich die guten Würstchen aus Eberswalde. Berlin wird eine Weile ohne mich auskommen müssen, denn nun gibt es erstmal nur die Prüfung und sonst nichts mehr.

*bei München fiel ihm wohl nix ein.

Donnerstag, 3. Juli 2008

Everything but the exams

Gestern ein Tag, der heiß und lang und teils anstrengend, teils freudig war.

Zunächst große Freude übers Arbeiten, denn dort gibt es eine Klimaanlage, die normalerweise fast zu gut funktioniert. Und gestern, als draußen über dreißig windigwarme Grad waren, fällt sie natürlich aus. Die Klimaanlage hat auch eine Art Arbeitsmoral, nämlich eine, die sich bei großer Hitze verweigert. Insofern dem Rest von sowohl Beleg- als auch Kundschaft nicht unähnlich. Es ist also heiß, und darüber hinaus sind wieder mal nur Bauerntöchter unterwegs, die selbst einfache, gleichwohl städtische Anliegen nicht, oder jedenfalls nicht zur rechten Zeit in Worte zu kleiden vermögen. Wenn es mehr als dreißig Grad hat, ist das anstrengend.

Abends Sushi im Kado mit Konfidentinnen und Sapporo-Bier und, gewissermaßen als krönendem Abschluß, Yakitori-Spießen. Remembering ur-old-times in the Silberstein, years ago. Und immerhin lösten sich vermutlich einige unliebsame Erinnerungen an den nervigen Kassier-Tag im Nebel des guten Essens und angenehmer Stimmung auf. Kommentar später zu meinem Balkon: Ja, du guckst ja wirklich auf den Teutoburger Wald! Ja, denk' ich mir das denn aus? Natürlich ist da Wald, wenn ich welchen seh'!

Der heutige Uni-Tag darf getrost verschwiegen werden. Für Diff hab ich schonmal nicht gelernt. Fürs Empra hab ich die Gesamtmatrix poliert und rausgeschickt. Für mich hab ich mein neues Telephon getunt, unter anderem mit einem wundervollen Hintergrundbild mit polnischem Ostseesand im Vordergrund, allerdings erst nachdem ich das Bluetooth geknackt hatte. Das war gar nicht so einfach. In meiner Erinnerung hatte das irgendeine der zahlreichen helfenden Hände auf diesem Flur gleich nach "offizieller" Inbetriebnahme ausgeschaltet. Ja, aber wie nun wieder einschalten? Die IT-Expertin vom Dienst sagte, da gebe es so ein Hebelchen. Jaja, dachte ich, typisch du, suchst in der Systemsteuerung, aber eigentlich mußte nur so einen analogen Schalter rumlegen, altmodischer Krams! Gab aber nur einen Schalter für W-Lan. [...] Worauf ICH nicht so ohne weiteres kam: Bluetooth wird parallel mit diesem W-Lan-Schalter aktiviert (und W-Lan brauch ich im Büro eh nicht und interferiert höchstens mit der Netzwerkverbindung), hehe, und schon kann man lustig Bilder und dergleichen hin- und herschicken.

Daher habe ich vorhin im Saturn erstmal No, Sir, gesagt, als mir ein USB-Datenkabel für 19 Öre offeriert wurde. 'N Bluetooth-Adapter fürs heimische Notebook kostet 25. Beides teurer als das Telephon.

Höhepunkt heute, neben enervierenden Telephonaten, zweifellos das Einsortieren eines kilometerhohen Stapels von Artikeln in insgesamt 1000 alphabetisch nach Erstautoren sortierte Ordner im Allerheiligsten. Nach zwei Stunden kam mir der Stapel eher höher vor. Also das ist jetzt keine besonders schwierige oder anspruchsvolle Tätigkeit, andererseits auch nicht völlig deppig; das Alphabet muß man auch noch beherrschen. Phhh...

Ende gut, alles gut: Drinnen Spinatpizza, Antipasti, Rotwein, parlieren über z.B. Coldplay, aber auch alles andere. Draußen dicker Regen und (inzwischen) gute Luft.

Mittwoch, 2. Juli 2008

Marathontag

Der frühe Vogel fängt den Wurm, oder so. Nach Würmern schnappte ich jedenfalls nicht, als ich um sieben Uhr begann, Anziehsachen auszupacken, mit Diebstahlsicherungen zu versehen und einzuräumen. Anschließend straight in die Uni, um erstmal mit der Lieblings-Officemate kaffeezutrinken. Dann vorsätzliches Kolloquiumsschwänzen zugunsten einer ordentlichen Vorbereitung auf das Empiriepraktikum. Der Chef war nicht da, da muß ich alleine ran. Und grad jetzt haben die Praktikanten ja die Phase, wo man noch gar nicht so recht weiß, was haben wir eigentlich rausgefunden, und warum wird das alles nicht signifikant, und so ein Poster, das schaffen wir nie! Also aufbauen, trösten, ermuntern, Tränen trocknen, was man als (SPSS-)Tutorin eben für Aufgaben hat.

Nach pausenlosen drei Stunden in dem Seminarraum eigentlich nur luftschnappen und feststellen, daß sich unser Büro innerhalb eines Tages vom Eisschrank in eine Sauna verwandeln kann. ("Euch kann man es temperaturmäßig auch nicht rechtmachen, Mädels!" "Naja, die Varianz der Temperatur in unserem Büro ist scheints noch höher als die des IGT-Nettoscores bei Gesunden.") Apropos IGT: Abends lauerte noch ein Fremdkolloquim (Klinische Psychologie) mit einer Diplomarbeit über Spinnenangst und Entscheidungsverhalten, und ich war ja ehrlich beeindruckt, daß die Spinnenphobiker tatsächlich die vorteilhaften Stapel bei der IGT meiden, wenn da Spinnen drauf abgebildet sind.

Mittlerweile war es 20 Uhr. Kein Wunder geht man da noch ins Café Berlin und staunt über die gewöhnliche Langsamkeit beim Herbeibringen von Getränken und Speisen. Laue, warme Luft, um uns herum haufenweise Klilis und Psychos, sonnenuntergangserleuchtete Kondensstreifen am dunkelblauen Abendhimmel - is' schon schön hier.

Heute antizipiere ich ebenfalls schöne Momente: ich hole mein neues Telephon ab (Endlich! habe ich diesen Umstand mit zwei Telephonen beendet, mit zwei Karten, eine für Mobil, eine für Festnetz! Neuer Vertrag, alles wird gut!), und zwar wieder ein Nokia, flach aus Edelstahl draußen herum, was nicht nur schick aussieht, sondern möglicherweise auch robuster ist als das olle Plaste, in welches das alte Telephon gewandet ist. Außerdem: 2-Megapixel-Kamera. Zweite positive Antizipation: Sushi-Essen mit Master-of-diverse-Klausuren-sister und der Fußballexpertin. Hmmm....