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Freitag, 1. April 2011

Plan B

Café Europa

Dawn at the one and only baltic sea

Soon:



Zur Karibik mit der S-Bahn

Donnerstag, 31. März 2011

Aalstecherstraße 3



Errichtet in rustikal-traditioneller Bauweise. Blick aus dem Schlafzimmerfenster auf die 'Stephan Jantzen'. Südbalkon. Geiler Straßenname. Noch Fragen?

Dienstag, 29. März 2011

Last, but not least:



Kitsch vor dem Hotelfenster

Future?



Backsteinhäuser mit Wiese. Hinter den Häusern eine vierspurige Straße. In den Häusern zwei freie Wohnungen. Von den Häusern sind's fünf Minuten zu einem prima im-Sonnenuntergang-an-der-Warnow-abhäng-Kai. Noch Fragen?

Bestes Verkehrsschild aller Zeiten



In Biele bislang leider nicht gesichtet.

Das perfekte Dinner



Im Rostocker Stadthafen. Und der Fischmeister quer übern Kai: 'Sie holn sich'n kalten Arsch, wir ham noch Winter!' Köstlich.

L'hotele



Zentralst mit Panoramafenster

Geht's in Zukunft hier lang zur Arbeit?



Ärgerlich: In dieser woche verkehrt die Fähre nicht - dringend notwendige Sanierungdmaßnahmen. Bei einer Fähre?

Destination:



Jetze Hotel und erste Wohnung!

das kennen wir :-)



Außerdem fahren hier schon die S-Bahnen nach Warnemünde...die halten wahrscheinlich noch häufiger als diese Bimmelbahn hier.

Nach der Grenze:



Paar Seen und Kiefernwälder später.

Next stop: the large lake



Leider ist nix von der Müritz zu sehen :-( sonst ist's aber sehr schön in Mecklenburg. Schön und leer.

Start of the mecklenburg adventure



Sonne scheint, Frisur und Brille sitzen...

Sonntag, 10. Oktober 2010

Nordsee: Kaum bist Du da, ist sie weg! [II]

Das Siebhaus oberhalb des Hafens und vor dem Deich - bei Sturmflut ist es eingeschlossen. Das muss aber nicht schlimm sein, sofern es zufällig gerade geöffnet hat. Das kulinarische Angebot in der alten Krabbenwäscherei ist nämlich spitze, was den Apfelkuchen betrifft. Wahrscheinlich hätten wir dort auch netter gegessen als im gegenüberliegenden Deichgrafen, wo die Bedienung die Diskrepanz zwischen Eigenanspruch (vier Sterne plus) und dem Niveau der Gastschaft, das man notgedrungen in Kauf zu nehmen hat (Halbpensionsgäste, Internetreservierer) in Zeit, die der Gast unnötig bei sonst fast aufdringlichem Service abwarten muss, umsetzt.

 

Im Siebhaus sitzt man allerdings nicht gepolstert, und den Service muss man sich auch selbst machen. Dafür weiß man ja eigentlich fast immer, was man will.


Steine grau, Himmel grau, dazwischen das Watt, na? Auch grau. Die Fahrrinne wird mit grauen Bäumchen markiert. Schlick, wohin das Auge reicht. Dafür kein Rauschen, keine Wellen, keine Gischt. Nur Wind, wie es sich für ein Meer geziemt.


Blick auf einen Krabbenkutter, im Hintergrund picknickt eine Bollerwagengruppe auf der Deichkrone.


Ein anderer Leuchtturm, der außer Dienst ist und seinen Ruhestand hier neben dem Krabbenhafen von Dorum verbringt. Gedient hat er draußen in der Außenweser, und dann wurde er mit Schleppkähnen hierhergebracht, restauriert und schwarz lackiert, damit er keine Kennung mehr hat (eigene Interpretation). Leider konnte man nicht rein, aber bis zur Wendeltreppe kam man trotzdem.


Und so sah das Dorumer Aalbrötchenparadies gegen Ende der Saison von oben aus (im Vordergrund der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer): 


Man kann also direkt an der Nordsee im Wohnwagen sitzen. Bei Springflut sollte der Motor allerdings rasch anspringen! Und windig war es auch sehr. Mein persönliches Fazit: Nach der Prüfung ist so ziemlich jeder Ort geeignet, um rauszukommen. Im Wurster Land kann man prima Krabben essen und sich ordentlich durchpusten lassen; zudem liefern die nahen Häfen ausreichend Schiffe fürs fernwehe Auge. Wenn man jedoch (Achtung, Wortwitz!) Meer will, sollte man woanders hinfahren. Dahin, wo Wellen an den S-trand trecken und das Meer immer da ist (und vielleicht auch mal die Sonne scheint!).

Nordsee: Kaum bist Du da, ist sie weg! [I]

So steht der Deich vor einem. 8,50 Meter Deichkrone über NN, und es hat allein zwischen Cux- und Bremerhaven an die zwanzig Jahre gedauert, das Ding so hochzuziehen. 


Auf dem Deich weiden Kühe und angeblich auch Schafe (haben wir keine gesehen; keine Deichlämmer :-(), weil das die Grasnarbe beieinander hält und das Erdreich feststampft. Was macht man aber, wenn die Kuh direkt vor dem Tor steht, durch das man durchwill?


Einfach weitergehen - die Kuh geht weg, wenn man sich nähert... Übrigens: Wenn Euch Berlinern mal wieder so ein Landei erzählen will, dass man seinerzeit auf den Dörfern nachts zum Küheschubsen gegangen sei - das ist natürlich Quatsch, der vom Städter absolut angemessen auch sofort angezweifelt wird: "Echt? Das geht? So eine Kuh ist doch viel zu schwer, und warum sollte sie im Stehen schlafen, wenn sie sich sogar zum bloßen Verdauen gerne hinlegt, und zwar, wie aufgeklärte Städter wissen, vorzugsweise in Nord-Süd-Richtung!"


Das ist der kleine Preusse, der kleinste Leuchtturm der deutschen Nordseeküste. Ob es irgendwo anders an der Nordseeküste respektive der deutschen Nicht-Nordseeküste ein kleineres Exemplar gibt, würden wir allerdings anzweifeln: Dessen Lichtfunzel würde wahrscheinlich nicht mal über den Müggelsee reichen können.


Der Wremener Hafen, der hauptsächlich von Krabbenfischern verschiedener Jahrgänge genutzt wird. Hier im Bild ausnahmsweise MIT Wasser gefüllt. Meist liegen die Boote auf dem Schlick. Die Krabben sind, wenn man sie ungeschält kauft, nicht nur unverschämt billig (um sechs Öre das Kilo), sondern auch noch unglaublich lecker.


Man kann von Wremen halten, was man will, es gibt einen Geschenkeladen, einen Dorfkonsum, einen Schnickschnackladen und den Krabbenfriedhoff, aber vor allem kann man hier notfalls nach Berlin verduften, indem man einfach in den nächsten Bus steigt. Das ist wirklich mal eine Ansage für ein Kuhkaff! Jetzt wissen wir auch, warum es in Wremen keine Jugendlichen gibt.

Sonntag, 22. August 2010

bilder update

 

Vater und Sohn während des Finales der Juniorinnen-Fußballweltmeisterschaft in, ja, in Bielefeld, auf der ausverkauften Alm.

Die Leute von der FH hatten sich für das Pausenprogramm wirklich mächtig ins Zeug gelegt, aber beim Drucken des Erdballs hat der Praktikant offensichtlich den Unterschied zwischen Positiv und Negativ nicht verstanden.


Hier zeigen die südkoreanischen Juniorinnen, wie man sich angemessen über einen dritten Platz freut.


Nach dem gewonnenen Finale gegen die nigerianischen Juniorinnen tanzen die deutschen Nationalspielerinnen quasi um die Eckfahne und feiern sich selbst.

Die aktuelle Brandmauer vom Tacheles mit einem sehr schönen Motiv, das bereits mein Mobiltelephon als Startbildschirm verziert, und einem schlauen Plakat von den Grünen ("Vor der Mauer, nach der Mauer, schickt der Staat die Wanzen.")

Currywurst und Schmapus, das ist das unausgesprochene Motto dieser Wurstbude im S-Bahnhof Friedrichstraße. Die Currywurst ist übrigens ausgesprochen lecker, und der Schampussah so aus, als würde er nicht nur aus Spaß auf der Karte (und im Kühlregal) stehen.


Die Blümchenwiese "Airport" zu nennen, zeugt durchaus von ganz und gar unwestfälischem Selbstverständnis. Auch täuscht die relative Größe des Flugzeugs auf dem Piktogramm über die tatsächlichen Kapazitäten von Bielefeld Aeroporto hinweg. Immerhin ist die Startbahn betoniert. Weiteres Bildmaterial vom Flugplatzfest, daß ein derart vor Selbstbewußtsein nur strotzender Flugplatz selbstredend zum selben Termin stattfindet wie das Fest des doch etwas größeren Flughafens Paderborn-Lippstadt, folgt separat.

Samstag, 3. Juli 2010

Jahnplatz, 19:02 MEZ


Für Nicht-Bielefelder: Das ist der zentrale Platz in der Innenstadt. Für ein 4:0 gegen Argentinien durchaus angemessen!

Sonntag, 27. Juni 2010

Das gab's noch nie:

Bißchen verwischt, aber noch zu sehen.
Infolge der Logik des Magischen Denkens muß ich jetzt natürlich bei jedem weiteren Spiel angemalt werden, und schauen müssen wir im Casa, wo sonst?

Mittwoch, 26. Mai 2010

The Orbit of Steinhude Ocean

Steinhude Ocean

The Magic Sisters at Steinhude Ocean. Beeindruckendes Gewässer für jemanden, der seit drei- bzw. zweieinhalb Jahren in Bielefeld lebt, aber für welche, die früher auf den Gewässern des Berliner Südostens und entsprechend angrenzenden brandenburgischen Seen großgeworden sind, nur mäßig beeindruckend. Groß zwar, immerhin, aber drumherum ist nüscht weiter. Das Aalbrötchenparadies Steinhude sucht indessen eh seinesgleichen vergeblich. Der Aal wird wohl aus Holland herbeigeschafft. Auf dem See, pardon: Meer, gibt es soviele Boote, daß sie nicht alle gleichzeitig ablegen dürfen, denn dann wäre kein Platz mehr zum Segeln. 

Hier eine Ansicht von einem der vielen Bootsanleger. Geübte und bebrillte Augen werden rechts die aufgeslipten Katamarane erkennen.

Aber natürlich fragt man sich: Wie machen das die Niedersachsen, bzw. in diesem Falle wohl vor allem die Ostfalen, mit dem vielen Wasser in dieser ansonsten wasserarmen Gegend? Wir haben es herausgefunden: mit WasserWERKEN - fast genial! Das sollte man den Bielefeldern mal stecken! Nicht Untersee, nicht Johannisbach weiter aufstauen, sondern einfach mal ein WASSERwerk bauen!


Auch ansonsten bedienen die emsigen Niedersachsen jedes Klischee: Abgesehen von Kanalüberquerungen ist es sehr flach, und an allen Ecken blüht und duftet der Raps. Eine Windmühle bekamen wir ebenso zu sehen wie die Einflugschneisenlichter des Fliegerhorsts Wunstorf. Große schwarze Schafe weideten auf kleinen Feldern. Überall Pferde. Überall andere Menschen, die ebenfalls Teilstrecken des Steinhuder Orbits per pedales zu bewältigen trachteten. Alleen, wie ich sie im Westen für längst ausgestorben und fadenscheinigen Präventionsmaßnahmen zum Opfer gefallen gehalten hatte (ich verweise hier auf das großartige Pamphlet "Die springenden Alleebäume" von Herbert Rosendorfer), und die mit fast autobahnartigen Radwegen versehen sind.

Wie gesagt, der Mittellandkanal fordert allein echten Tribut vom Flachlandradler. Das Photo ist unscharf, weil noch während des Fahrens geschossen. Oder weil der Organismus vom Anstieg überfordert war.

Photographisch nun gar nicht eingefangen ist der große Kaliberg unweit des Meeres. Den umrundet man nämlich quasi auch, also nicht tatsächlich, da er ungefähr neben dem See liegt, aber man sieht ihn doch aus verschiedenen Richtungen die ganze Zeit lang. Mit dem Handy ist so ein weit entfernt liegendes Objekt schlecht zu fassen, daher habe ich mir von der offiziellen Steinhude Ocean Website legal ein Photo des Kalimanscharos heruntergeladen:

Am Tag der Aufnahme spuckte offensichtlich gerade niemand Asche oder dergleichen durch die Stratosphäre.

Sonntag, 16. Mai 2010

An deutschen Dreiecken

 'Ne komische Art, ihre Bagger abzustellen, haben die in Koblenz aber schon, muß man sagen.



Demnächst ist nunmal BUGA in Koblenz, und da wird die Stadt noch ordentlich aufgehübscht - als wenn sie es nötig hätte. Dabei zeigt sie sich mit erstklassigen alten Häusern und Gassen, zahlreichen Festungen bzw. Schlössern sowie zwei absolut vorbildlichen Flüssen von einer denkbar guten Seite. Umrahmt wird das ganze von Weinbergen. Eins A, muß man sagen. Und da, wo die - na, wer hätte es gewußt? - Mosel in den Rhein fließt, gibt es das Deutsche Eck mit Reiterstandbild und Zweitfigur. Zunächst aber die Pforte des Rheinmuseums mit Hochwasserstandsanzeiger.

Gegenüber vom Deutschen Eck und für die BUGA dann per exklusiver Gebirgsseilbahn erreichbar liegt die Festung. Da kann man ganz leger an den keuchenden Spaziergängern vorbei mit dem Auto hochfahren. Oben gibt es ein wiederum vorbildlich unter blühende Kastanien gelagertes Restaurant nebst Aussicht. Die muß sich der Leser jetzt aber anhand des folgenden Bildes, das von gegenüber aufgenommen wurde, vorstellen, weil die Verfasserin da oben dem analogen Gerät den Vorzug gab.

Wie man auf dem obigen Bild gut sehen kann, hat ja der Rhein so gut wie überhaupt keine Strömung! Vor allem verglichen mit der Spree. Nun aber das Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm, der ja 1871 usw. nicht nur eigenhändig sämtliche verfügbaren Franzosen und obendrein Österreicher besiegte, sondern auch das Reich einte. Nun denn. Wer die Zweitperson am Pferd ist, ließ sich nicht feststellen. Vielleicht der Stallknecht.

Als weitere Attraktion, um etwas von der nun doch etwas völkischen Deutschtümelei abzulenken, stehen an den Kanten des deutschen Dreiecks die Fahnen sämtlicher verfügbarer Bundesländer aufgereiht und wehen im strammen Wind des Rheintals. Hier ein besonders schönes Exemplar:

In der furchtbar häßlichen und ekelhaften Altsadt habe ich keine Bilder gemacht, um den Photochip zu schonen. Alte Häuser, bepflasterte Plätze mit gastronomischen Sitzgelegenheiten, hausgemachte Eise, bäh! Dann war auch noch schönes Wetter, fast so schön wie das Wetter Ende März im frostgebeutelten Berlin! Da fährt man lieber raus ins Grüne und bestaunt Rot-, Schwarz- und Damwild im Wildgatter und gleichzeitig völlig genervte Familien auf Sonntagsausflug.

Also, Koblenz ist eine Reise wert. Wenn man dann auch noch luxuriös untergebracht ist in einer großen und so hoch gelegenen Altbauwohnung mit Balkon, daß man direkt auf den Rhein und das gegenüber gelagerte Spaßbad gucken kann, sollte man gleich länger bleiben, vor allem wenn der besagte Balkon mit einem Gasgrill ausgestattet ist...

Das spezifisch "deutsche" am Deutschen Eck besteht übrigens eher in der Tatsache, daß auf diesem durch den Moseleingang gebildeten Dreieck einst das Deutschordenhaus stand (heute ja irgendwie immer noch) (oder so ähnlich). Schön auch, wenn sich Halbwüchsige, nachdem sie sich aus den Kindersitzen geschält haben, an die Mündung stürzen und rufen "Der Rhein!", "Der Main!" Oder wenn Väter im Wildgatter zum Nachwuchs sagen, daß der Hirsch der Mann vom Reh sei.

Sonntag, 7. März 2010

Bilder, mal


Marx, Engels und der Berliner Dom im berliner Schnee (ist schon zwei Wochen her, aber damals erschien der Schnee unverwundbar). Ein früher Feierabend in Ermangelung von Patienten.

 

Ungewöhnlich, zumindest, dieses gleichzeitige auftreten von Trabi-Pickup-selfmade und Wartburg-tourist MIT Anhänger (ebenfalls, versteht sich, original). In Weißensee ist alles möglich, auch das gehäufte Auftreten von Fahrzeugen, die älter als 20 Jahre sind (um die Ecke steht dauerhaft ein weiterer Trabant, naja, und bei den Straßenbahnen sind auch viele Tatrabahnen bei. Die sind aber immerhin mal von grundauf generalüberholt und gelb angestrichen worden!). 



So, liebe Joghurtfreunde, das wars nun: in all euren Fruchtjoghurten befanden sich Fruchtzubereitungen der übelsten Klasse: Erdbeer-Rharbarber, Bircher Müsli und Pfirsich-Maracuja. Einfaches Joghurt ohne Drumherum gestaltet sich hingegen häufig schwierig. Nun ist es noch schwieriger geworden. Was um alles in der Welt soll Maisjoghurt darstellen? Und wer ißt sowas?


 

Meine liebe Fachschaft in Bielefeld, also, wir haben es ja schon gut, insofern wir über eine eigene studentische Studienberatung UND über einen eigenverantwortlich, unkontrollierten Fachschaftsraum, vulgo Psychocafé verfügen. Aber gegen ein Fachschaftshaus ist das ja wohl nix. Was haben wir eigentlich falsch gemacht? 

 

Apropos falschmachen: Wenn man schon den Medizinstudenten nicht mehr zutraut, ihren entsprechenden Fachbereich zu finden und den Weg dorthin mit den richtigen lokalisationalen Adjektiven zu rezerpieren, dann ist vielleicht wirklich alle Hoffnung in den medizinischen Nachwuchs vergebens. Hätte man doch mehr Migranten und "sozial Schwache" zum Arztberuf ermuntern sollen?

 

Das ist der Tränenpalast, respektive, was von ihm übrigblieb, nachdem er von dem Schatten des Neubaus auf dem sogenannten Goldenen Dreiecks an der Friedrichstraße ereilt wurde. In der Vergrößerung sieht man noch deutlich die Aufschriften "Ausreise" und "Sortie", das russische Wort ist größtenteils zerstört. Innen ist alles leer. Und doch bin ich auch einmal durch den Tränenpalast gegangen! Aber Zwölfjährige führten damals kein Notizbuch bei sich und notierten. Leider! Jetzt steht der Salat in Form eines extrem langweiligen, grauen Betongebirges zwischen Tränenpalast und Friedrichstraße. Die Firma Ernst & Young scheint involviert. 

Warum sind all die entscheidenden berliner Immobilienflächen an schnöden Mammon verscherbelt? Potsdamer Platz, wo ja immerhin von Kriegs- bis Teilungsende gar nichts geschah, außer das Horden von Busreisenden eine Wurst verspeisten und sich aufs Empörungspodest begaben: heute Sony und Benz, nicht schön, nicht innovativ, und für einen nicht sprichwörtlichen, sondern echten Apfel und Ei verkäuft. Einst die verkehrsreichste Kreuzung Europas oder der Welt. Ampel und so. Mediaspree, unendlich öd, darüber zu sprechen, aber ist die Fläche rund um die East Side Gallery so lange freigeblieben, um dann raffgierigen Medienfuzzis in den Rachen geworfen zu werden? Oder sogar Immobilienspekulanten? Das kleine Dreieck am Tränenpalast, hätte das seingemußt? Für so ein häßliches Haus? Für so eine undramatische Firma? Wenn da wenigstens das Bezirksamt Mitte einziehen würde! Aber auf diese Art haben all diese Gebäude auf den sogenannten Sahnegrundstücken nichts mit dem dahergelaufenen Berliner zu tun, und deshalb spaltet sich die Stadt derzeit in ganz andere Hälften als seinerzeit, als der Beton richtig und falsch vorgab. Potsdamer Platz ist für Touristen vermeintlich attraktiv. Aber Berliner? Einkaufszentren gibt es auch woanders, wohnen kann man sich da nicht leisten (und ist auch nicht vorgesehen), und mehr gibt es nicht. 

Daß die Stadt an bedeutenden Orten auch mal selbst Akzente hätte setzen können, hat sie nun wieder an der Stelle des Palastes der Republik bewiesen. Anstatt aus der Ruine weiterhin Kultur zu schöpfen, anstatt wenigstens irgendwelche Projekte gleich welcher Art zu fördern, findet der Berliner eine leere Fläche vor, auf der im Winter Schneemänner angebaut werden. Im Sommer mal sehen, vielleicht Vogelscheuchen. Inzwischen haben aber die konservativen Schloß-Befürworter gemerkt, daß die Schloß-Idee bei zumindest denkenden Personen und/oder Berlinern nicht so gut ankommt, und nennen das Ganze jetzt auch ziemlich offiziell "Humboldt-Forum". Bloß, wenn sich alle auf ein Humboldt-Forum einigen können, muß es doch auch nicht wie das versch... Schloß aussehen oder? Oder warum?