Mittwoch, 19. Januar 2011

Heute: Vermieter beginnen, um mich zu werben!

Herr S. von der WIRO rief heute an. Ich habe dort einen Wohnungsinteressebekundungsbogen in diesem Internet ausgefüllt. Nun habe ich zwar noch kein Wohnungsangebot, aber immerhin schon einen persönlichen Sachbearbeiter, der für mich zuständig ist und den ich im Zweifel stets anrufen kann. Bestellung beim Universum läuft.

Aber mal zu meiner zukünftigen Heimatstadt:

Soeuen Doeren tho S. Marien Karcke
Soeuen straten van dem groten marckde
Soeuen dhoere so dar gahn tho Lande
Soeuen kopmans brueggen by dem strande
Soeuen toerne so up dem Radthuß stann
Soeuen klockeu[n] de daglyken slann
Soeuen Linden up dem Rosengarden
Dat syn der Rostocker kennewarten.

Oder, wie die Zugezogene es sagen wird:

Sieben Türen zur St. Marien Kirche,
Sieben Straßen von dem großen Markte,
Sieben Tore, die da gehen zu Lande,
Sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strande,
Sieben Türme so auf dem Rathaus stehen,
Sieben Glocken die täglich schlagen,
Sieben Linden auf dem Rosengarten:
Das sind der Rostocker Kennwörter.

Ich war ja schon immer ein Fan von Primzahlen und Stabreimen. Ob ich das Verslein wohl bei der Einbürgerung aufsagen muss?

Dienstag, 18. Januar 2011

Erste Berechnungen zeigen:

Meine allererste rechnung geht schonmal auf!**wichtig sind die zahlen in den signifikanz-zeilen - die sollen kleiner ald 0.5 sein!

Dienstag, 28. Dezember 2010

Sonne goes Rostock!!

Am 01. Mai werde ich mein Zelt in einer Hafenstadt aufschlagen! Feierei!

Identische Rezensionen?

So schreibts die Berliner Zeitung.
Und so die Neue Westfälische.

Beide ohne Autorenangabe; leider fehlt der "Anzeige"-Hinweis. Oder handelt es sich nicht um eine Verlagsanzeige? Ich hatte mich schon über die wohlwollende Annahme eines Spätwerks gewundert. Ich glaube, ich habe diese "Rezensionen" zuvor sogar auch schon gelesen! Himmel! Bei solcher Literaturkritik kann ich mir gleich alle Neuerscheinungen kaufen und nach dem Durchlesen auf Brauchbarkeit beurteilen!

so einfach ists in zukunft:

Das zuletzt gepostete Bild habe ich vom Mobiltelephon aus gesendet. Endlich habe ich also eine einfache Möglichkeit gefunden, jenseits von f*book-statusmeldungen Befindlichkeiten von unterwegs mitzuteilen und somit den eigenproduzierten traffic hier deutlich zu erhöhen. Die Alternative, Bilder per SMS an ein anderes mobile blog zu schicken, das dann entsprechend auf Weiterleiterei eingestellt ist, entfällt damit erfreulicherweise.

Ebenfalls entfallen derzeit zahlreiche Züge, und ich möchte mich nur dahingehend äußern, dass, erstens die meisten Anschlusszüge vor allem deswegen erreicht werden, weil sie ebenfalls erheblich verspätet sind, und, zweitens der Unterschied zwischen höherer Gewalt und schlechter Organisation Deutsche Bahn heißt. Ab heute.

Ab heute sind eben auch alle Beiträge ohne Label von unterwegs.

Montag, 27. Dezember 2010

8 quadratmeter berlin


Direkt am Rosenthaler Platz für ganze dreißig Öre. Und von der CCCP-Bar war auch nix zu hören. Da wo die Reklame dranpappt, ist die Nasszelle hinter. Es ist wirklich schwer zu begreifen, warum man für ein landläufiges Mittelklassehotel mit all dem Vertretereiweiß in der Auslegware mindestens das Doppelte zahlen sollte.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Dieser Kommentar wurde von der ZEIT-Redaktion noch nicht gelöscht! Und er hat so recht!

es gibt tage, an denen wünscht man sich, dass die russen im winter '45 bis an den atlantik durchmarschiert wären.
sicherlich läge deshalb in verschiedenen bereichen der sozio-ökonomie so einiges im argen, aber andererseits hätten wir mit großer wahrscheinlichkeit ein bahnnetz, das auch im winter funktioniert.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Estragon, Wladimir, Lucky und Pozzo

warteten auf Godot,

und ich warte auf [den Anruf aus] Rostock.

So lange wird hier wohl nix passieren.

Mittwoch, 24. November 2010

ich hoffe, der text ist nicht bald weg:

da sich bahnbrechende Formulierungen darin finden.

So wird zum Beispiel gegen 9:00 Uhr ein Kaffeebecher, der mit Klebestreifen umhüllt ist und einen Strohhalm enthält, von einem eigens herbeigeholten Experten als "Bombenattrappe" identifiziert. Umgekehrt ergäbe es wahrscheinlich mehr Sinn, erregte aber weniger öffentliches Interesse. Der fragliche Zug wurde übrigens schon gegen halb sechs geräumt und auf ein zufällig herumstehendes Ersatzgleis gerollt, wo er von einem offensichtlich ebenfalls zur Verfügung stehendem Kohlenzug "abgeschirmt" wurde (wovor auch immer).

Neben den literaturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die dieser Beitrag zweifelsohne ermöglicht, ist vor allem bemerkenswert, dass der hierzulande hochgejazzte Vorfall es offensichtlich nichtmal inmitten der herrschenden Terrorhysterie in die überregionalen Leitmedien geschafft hat. Die haben zwar heute eh keine Terrorgeschichten vermeldet (zuviel Panikmache in den letzten Tagen?). Aber immerhin, ein vorsätzlich angeklebter Kaffeebecher - leider in Bielefeld oder zumindest in einer Bielefeld durchquerenden Regionalexpresslinie. Und Bielefeld existiert ja bekanntlich gleich gar nicht, insofern würden hier Terroristen die alte Schrödingers-Katze-Frage* wieder aufwerfen, mehr nicht.

Aber auch nicht weniger.

*Ehrlich gesagt merke ich beim Lesen des Wikipediaeintrags, dass Schrödingers Katze zwar ein geniales Gedankenexperiment ist, aber mit der erhofften Visualisierung eines metaphysischen Effekts wenig zu tun hat. Also sollen sich interessierte Leser das Problem, das sich ergibt, wenn vermeintliche Terroristen einen Anschlag auf eine Stadt, die es angeblich nicht gibt, vortäuschen, selber verinnerlichen. Und anschließend hier kommentieren.

jetzt wird es ernst:

Ein Anruf von einer 0381er-Nummer, und in weniger als vierzehn Tagen werde ich mich zum ersten Mal aus ganz freien Stücken nach Rostock begeben - um quasi am Strande der Unterwarnow entspannt mit Chefarzt und Neuropsychologin über kognitive Defizite bei Multipler Sklerose zu plaudern. Oder so was in der Art.

Dass ich filmreif inmitten der Fachschaftssitzung, von dem entscheidenden Anruf ereilt, über Tisch und Bänke hüpfte, machte es fast noch schöner als auch schon. Schließlich ist der Gebrauch von Mobiltelephonen während derartiger Veranstaltungen unzulässig.

Dienstag, 16. November 2010

Auf Multiplikatoration folgt Addition, wenn nicht sogar Subtraktion

Nach dem grandiosen Multiplikatorenerfolg habe ich inzwischen einige Wörter der Diplomarbeit hinzugefügt (addiert). Bald ich aber leider nicht umhinkommen, andere Wörter zu entfernen (subtrahieren). Der vermutete Nettonutzen ( = besseres Geschreibsel als vorher) ist objektiv nicht ablesbar.

Immerhin ist mir heute aufgegangen, dass es sinnvoll ist, das eigene Geschreibsel mal auszudrucken und dann durchzulesen (nicht am Monitor). Es ist sofort viel einfacher, das Geschriebene kontextiös zu bewerten. Ich bin eben doch ein digital immigrant und würde wahrscheinlich auch am liebsten das Internet ausdrucken. Aber wer soll das dann hinterher alles abheften und beim Umzug in die Papiertonne tragen?

Verrückte Welt (I)

Soso, jetzt werden also auch schon Kindergärten, in denen angeblich urheberrechtsgeschützte Weihnachtslieder gesungen werden, von der GEMA wegen Lizenzgebühren belästigt. Sacht mal, gehts noch?! Nächstens kommt die deutsche Bibelgesellschaft daher, wenn einer "Jesus Christus!" sagt!

Dienstag, 26. Oktober 2010

Der Ethikantrag als Multiplikator

Habe in der letzten Woche ein Dokument namens Diplomarbeit erschaffen und im leeren Dokument schonmal den Zeilenabstand auf doppelt und die Seitenränder auf 2,6 cm (DGPs-Manuskriptrichtlinien - sicherlich der wichtigste Punkt!) eingestellt.

Habe anschließend ein Titelblatt entworfen sowie leere Blätter für Danksagung, Zusammenfassung und Abstract eingerichtet.

Habe weiterhin die Einleitung grob in thematische Einheiten untergliedert und jeweils stichwortartig Anliegen hingeschrieben, die irgendwann im Laufe des Prozesses der Manuskriptwerdung ausformuliert und mit Belegen hinterlegt werden wollen. Irgendwann vor dem 8. Februar 2011 wohlgemerkt.

Habe dann lustlos in einem weiter hinten liegenden Anliegen (bloß nicht mit dem ersten Satz anfangen, dann fängt man nie an!) begonnen, Sätze auszuformulieren, nur um eine Woche später (also heute) festzustellen, dass man (ich) diese Sätze getrost und verlustfrei wieder löschen könnte (sollte. 

Hatte dann also schon ca. 497 Wörter zusammen.

Am Wochenende ist mir dann eingefallen, dass ich ja vor einem Jahr schonmal einen Ethikantrag zu dem Thema geschrieben habe! Da steht doch alles drin!

Habe dann heute also aus dem Ethikantrag die Blöcke für die zentralen Anliegen der Studie per Strg+C und Strg+V in das Dokument Diplomarbeit übertragen.

Und so:


[zum Vergrößern einfach anklicken]

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Erstaunliches

Die deutsche Leitkultur ist also eine christlich-jüdische.
Hmm. Beispielsweise die Familien- und Gleichstellungspolitik huldigt ja nicht gerade christlichen Werten. Abgesehen von den leidigen wann-beginnt-schützenswertes-Leben-Debatten haben Frauen deutlich mehr Rechte, als ihnen in den traditionellen Überlieferungen zugestanden werden, oder?
Und woher kommt eigentlich das "jüdische" in den Verlautbarungen? Das "jüdische" in unserer Vergangenheit, das "wir" gerne diskriminiert, ausgelacht oder vernichtet haben? Gut, ist schon 'ne Weile her, und heute können wir nicht mehr sagen, dass wir nur Christen haben wollen im Land. Dann könnte man die DDR-Nachkommen auch gleich wieder ausbürgern.

"Christlich-jüdisch" klingt für mich also wie: Nicht-Islam.

Neulich gab es eine Studie (hier auf sz-online), dass sich türkische Jugendliche ja so unglaublich gerne integrieren würden und Deutsche als Nachbarn haben wollen, aber bei ihren unermüdlichen Bemühungen stets zurückgewiesen werden würden. Dem kann ich nur entgegnen, dass eine größere Gruppe türkischer Jugendlicher beiderlei Geschlechts einem ganz schön auf die Ketten gehen kann. Vor allem wenn man nicht weglaufen kann, also auf der Arbeit oder in der Straßenbahn. Das trifft allerdings auch auf größere Gruppen deutscher Jugendlicher zu, wenn die einen entsprechenden Stefan-Erkan-Sprech pflegen, und ist somit unspezifisch. Aber dass man keine Sympathien zu Personen aufbaut, die einen als Schweinefresser oder wahlweise (bei Damen) als Schlampe titulieren, ist doch auch nicht besonders verwunderlich.

Eine berliner Lehrerin mit dem schönen Namen Mechthild Unverzagt hat auf einem passenden GEW-Kongress passende Worte gefunden (hier in einem Tagesspitzelartikel nachzulesen).

Ich sitze seit einiger Zeit an meiner Diplomarbeit und habe das entsprechende Dokument bereits mit über 400 Wörtern füllen können! Die meisten davon sind allerdings der Titelseite und dergleichen gewidmet und somit im derzeitigen Stadium unwichtig. Es ist unglaublich schwer, auch nur einen Satz zu Papier (bzw. zur Tastatur) zu bringen. Ich habe jetzt mit meiner alten Skript-Methode, einfach irgendwo mittendrin anzufangen, begonnen, und bin bereits jetzt sicher, dass die heutigen Sätze die ersten sind, die dereinst gelöscht werden müssen. Aber allem Anfang wohnt nicht nur ein Zauber inne, sondern auch, bevor der Anfang überhaupt begonnen hat, die Angst vor dem Anfang. Deshalb: Anfangen, bevor es zu spät ist! Dieser Rat ist kostenlos.

Ein Haufen Besuch kommt auf uns zu. Das ist sehr cool, denn bislang war die Menge der Personen, die sich hier nach Ostwestfalen verirrten, weitaus überschaubar. Und jetzt kommts Schlag auf Schlag. Gleich nächstes Wochenende der Herr Papa samt charmanter Begleitung, abgelöst von der Lieblingsfreundin und neuestem Nachwuchs. Dann kommt der frischgebackene Ökonom auf Urlaub, und wenn alles gutgeht und wir großes Glück haben, kommt Ende November auch die Modedesigner-Journalisten-Family mit einem kleinen Valentin vorbei. Unterm Strich ist das deutlich mehr Besuch als in den vergangenen vier Jahren. Überm Strich übrigens auch.